Beim letzten Heimspiel der Saison verabschiedete der TSV 1860 München unter anderem seinen Kapitän Jesper Verlaat. Die Emotionen kochten über, als dem Niederländer vor der Westkurve eine gerahmte Collage überreicht wurde. Verlaat weinte hemmungslos, später lächelte er wieder und posierte für Fotos mit Fans. Die Trennung von Verlaat und weiteren Spielern sorgte für Gesprächsstoff.
Voet: „Das ist Business, das ist Fußball“
Verteidiger Siemen Voet, der mit Verlaat im Hotel das Zimmer teilte, zeigte Verständnis für die Entscheidung des Vereins. „Ich habe Jesper sehr gerne, er war der Einzige, mit dem ich Niederländisch reden konnte. Wir hatten gute Gespräche, waren Zimmerkollegen“, sagte der Belgier. Dennoch sei die Ausbootung leistungsbedingt gewesen: „Das ist Business, das ist Fußball. Wir müssen nächstes Jahr einen nächsten Schritt machen.“
Abschied von mehreren Spielern
Neben Verlaat wurden auch Vize-Kapitän Thore Jacobsen, David Philipp, Clemens Lippmann, Maximilian Wolfram, Miran Qela, Morris Schröter und Raphael Schifferl verabschiedet. Sie alle erhielten ein gemeinsames Foto mit dem Team. Verlaats Körper hatte in der jüngeren Vergangenheit nicht immer mitgemacht, was die Entscheidung des Vereins erklärte.
Trainer Kauczinski sucht neue Spieler mit Ballmut
Trainer Markus Kauczinski hat bereits ein klares Profil für Neuzugänge: „Die Jungs sollen den Ball haben wollen. Wir hatten Phasen, in denen wir nicht mutig genug waren. Wir brauchen Spieler, die laufen, Intensität gehen und mit dem Ball etwas anstellen können.“
Positive Signale von Nachwuchsspielern
Startelfdebütant Xaver Kiefersauer und Samuel Althaus überzeugten im Mittelfeld. Althaus erzielte sein erstes Drittliga-Tor, musste aber wie Florian Niederlechner verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Kauczinski erwartet beide in zwei bis drei Tagen zurück im Training. Die Verträge von Kiefersauer, Ersatzkeeper Paul Bachmann und Damjan Dordan wurden verlängert.
Mentalitätsswitch gefordert
Verteidiger Voet kritisierte die mangelnde Durchschlagskraft: „Wir machen die ein, zwei, drei Tore nicht mehr, um das Spiel zuzumachen. Das ist ein Mentalitätsswitch, den wir für die nächste Saison brauchen.“ Sean Dulic zeigte sich zuversichtlich: „Wir haben eine lange Vorbereitung und genug Zeit, die Mannschaft punktuell zu verstärken. Wenn wir weniger Verletzte haben, wird es besser.“ Auf die Frage, ob er selbst in der nächsten Saison dabei sei, antwortete Dulic: „Stand jetzt, ja.“
Der TSV 1860 beendet die Saison voraussichtlich auf Platz acht. Nach dem letzten Spiel beim SC Verl und dem Toto-Pokalendspiel in Würzburg beginnt die entscheidende Phase für den Kaderumbau.



