VW beendet offenbar Partnerschaft mit Bosch für autonomes Fahren
VW beendet offenbar Partnerschaft mit Bosch

Volkswagen will die Zusammenarbeit mit dem Zulieferer Bosch im Bereich des autonomen Fahrens beenden. Das berichtet die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf mehrere unabhängige Quellen. Demnach ist die Entscheidung Teil des tiefgreifenden Konzernumbaus, der das Überleben des deutschen Autobauers sichern soll. VW arbeitete bislang mit seiner Software-Tochter Cariad gemeinsam mit Bosch an einem Baukasten für Fahrerassistenzsysteme und automatisiertes Fahren.

Cariad und Bosch äußern sich zurückhaltend

Zu dem Bericht erklärten Cariad und Bosch am Montag, man kommentiere Marktgerüchte grundsätzlich nicht. In gleichlautenden Mitteilungen hieß es: „Wir prüfen grundsätzlich regelmäßig unsere Entwicklungspartnerschaft und stimmen uns fortlaufend dazu ab, ob sie zu unseren strategischen und technologischen Zielen sowie den aktuellen Entwicklungen auf dem Markt passt.“ Zu den Inhalten vertraulicher Gespräche mit Partnern äußere man sich nicht. Beide Unternehmen schränkten jedoch ein: „Insbesondere bei Level-3-Fahrsystemen – gerade in Europa – haben sich andere Entwicklungen in Markt und Technologie ergeben als zu Beginn der Zusammenarbeit erwartet.“

Entwicklungsstand enttäuscht offenbar

Laut dem Bericht soll die Entscheidung bei VW gefallen sein, da die Allianz von Cariad und Bosch nach interner Einschätzung nicht den erwarteten Entwicklungsstand erreicht habe. „Interne Fachbereiche“ hielten die Technik demnach aktuell nicht für wettbewerbsfähig. Insbesondere beim autonomen Fahren ohne Hände am Lenkrad, auch in der Stadt, sehe Volkswagen eine erhebliche Lücke zur Konkurrenz. Die Allianz galt als Antwort auf die Konkurrenz durch den US-Autobauer Tesla und aus China. Die Reißleine werde jetzt gezogen, obwohl bereits 1,5 Milliarden Euro investiert worden seien, berichtete „Bild“ weiter. Demnach will Volkswagen die Hardware und Software künftiger Systeme zukaufen und weiterentwickeln, statt sie mit Bosch selbst aufzubauen.

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Volkswagen steckt derzeit tief in der Krise: Erst am Freitag wurde bekannt, dass der Konzern offenbar einen radikalen Umbau plant. Weltweit könnten in den kommenden Jahren bis zu 100.000 der derzeit rund 657.000 Arbeitsplätze gestrichen werden. Zudem droht womöglich die Schließung von vier Werken in Deutschland.

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