Volkswagen-Chef Oliver Blume hat dem Aufsichtsrat des Wolfsburger Autobauers seinen „Zukunftsplan“ vorgestellt, mit dem er den Konzern aus der Krise führen will. Der Plan sieht unter anderem eine drastische Reduzierung der Modellpalette um bis zu 50 Prozent vor. Auch die Angebotsvielfalt soll um drei Viertel gesenkt werden. „Wir machen den Volkswagen-Konzern schneller, robuster und wettbewerbsfähiger: durch weniger Komplexität, fokussierte Technologien, eine noch stärkere Ausrichtung von Produkten, Entwicklung und Produktion in den regionalen Märkten, den Abbau von Überkapazitäten, ein gestrafftes Beteiligungsportfolio und deutlich schlankere Strukturen“, erklärte Blume am Donnerstagabend nach der Sitzung.
Konkrete Schritte erst nach der Sommerpause
Konkrete Schritte, wie dies erreicht werden soll, nannte das Unternehmen nicht. Darüber soll erst nach der Sommerpause im Aufsichtsrat gesprochen werden. Werksschließungen und Stellenstreichungen dürften jedoch Teil des Plans sein. Volkswagen richte sich darauf ein, künftig im Jahr nur noch neun Millionen Fahrzeuge zu bauen – vor der Corona-Pandemie waren es noch zwölf Millionen. In den vergangenen zwei Jahren sei die Kapazität bereits um zwei Millionen reduziert worden.
Medienberichte: Vier Werke und 50.000 Stellen bedroht
Nach Medienberichten stehen vier Werke in Deutschland und mindestens 50.000 weitere Stellen zur Disposition. „Trotz der erzielten Fortschritte reichen im aktuellen wirtschaftlichen und geopolitischen Umfeld die bislang geplanten Kostensenkungen aus den vereinbarten Programmen nicht aus“, sagte Finanzvorstand Arno Antlitz. Es gehe um strukturelle Maßnahmen: „Dazu gehört, die Kostenstruktur unserer Fahrzeuge zu verbessern, ohne die Produktsubstanz zu beeinträchtigen, die Gemeinkosten deutlich abzusenken, die Effizienz unserer Werke zu steigern sowie Technologieentwicklung und Entscheidungsfindung zu beschleunigen.“
Modellpalette und Angebotsvielfalt werden deutlich gestrafft
Unter anderem soll die Modellpalette um bis zu 50 Prozent reduziert werden, die Angebotsvielfalt sogar um drei Viertel. „Diese Handlungsbedarfe werden in dem vorgelegten Zukunftsplan adressiert“, sagte Antlitz. „Dabei kommt es entscheidend auf die rasche und konsequente Umsetzung an.“



