Der Volkswagen-Konzern steht vor dem größten Umbau seiner Geschichte. Wie aus einem internen Geheimpapier hervorgeht, plant der Autobauer den Abbau von bis zu 120.000 Stellen. Mehrere deutsche Werke stehen demnach auf der Kippe, bestehende Job-Garantien werden in Frage gestellt. Der Vorstand bezeichnet die Lage als „existenzbedrohend“, Absatz und Gewinn brechen ein.
Hintergründe des Sparhammers
Das Dokument, das BILDplus vorliegt, skizziert ein düsteres Szenario für den Konzern. Demnach soll der Stellenabbau in den kommenden Jahren schrittweise erfolgen. Besonders betroffen wären Produktionsstandorte in Deutschland, wo die Personalkosten als zu hoch gelten. Ein Sprecher des Vorstands betonte: „Wir müssen handeln, um die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu sichern.“
Die Zahlen sind alarmierend: Im ersten Halbjahr 2026 sank der Absatz um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, der Gewinn brach um fast ein Drittel ein. Der Druck auf den Konzern wächst, da die Nachfrage nach Elektroautos hinter den Erwartungen zurückbleibt und der Wettbewerb aus China zunimmt.
Welche Werke besonders gefährdet sind
Laut dem Geheimpapier stehen vor allem die Standorte in Niedersachsen, Sachsen und Hessen auf dem Prüfstand. Das Werk in Emden, das den ID.4 produziert, gilt als besonders gefährdet, da die Auslastung bei nur 60 Prozent liegt. Auch das Stammwerk in Wolfsburg könnte Produktionslinien verlieren. Ein Betriebsrat aus Wolfsburg sagte: „Die Stimmung ist am Boden. Die Kollegen haben Angst um ihre Arbeitsplätze.“
Insgesamt sind nach internen Berechnungen rund 80.000 der betroffenen Jobs in Deutschland angesiedelt. Die bisherigen Job-Garantien, die bis 2029 gelten, könnten vorzeitig aufgekündigt werden. Verhandlungen mit der IG Metall laufen bereits.
Auswirkungen auf Mitarbeiter und Kunden
Für die Mitarbeiter bedeutet der geplante Stellenabbau massive Einschnitte. Neben Entlassungen sind auch Werkschließungen und Verlagerungen ins Ausland denkbar. Kunden müssen sich auf längere Lieferzeiten und ein möglicherweise reduziertes Modellangebot einstellen. Ein VW-Händler aus München erklärte: „Die Unsicherheit ist groß. Viele Kunden fragen sich, ob VW noch ein verlässlicher Partner ist.“
Der Konzern plant, durch den Umbau jährlich rund zehn Milliarden Euro einzusparen. Ein Teil dieser Summe soll in die Entwicklung neuer Elektromodelle und Digitalisierung fließen. Ob dies gelingt, hängt maßgeblich von den Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern ab.



