VW baut Managementsystem radikal um: Bonus-Wegfall und Rückstufungen
VW-Management: Bonus-Wegfall und Rückstufungen geplant

Volkswagen kündigt einen tiefgreifenden Umbau seines Führungs- und Vergütungssystems an. Das bisherige Bonussystem für Manager soll abgeschafft werden. Künftig wird die variable Vergütung stärker an der individuellen Leistung, der Wirkung im Unternehmen und dem Beitrag zur Transformation gemessen. Ab 2027 sollen Manager zudem über ein Sternesystem bewertet werden, Karrierestufen werden neu geordnet und Rückstufungen werden möglich. Dies stellt einen echten Kulturbruch bei VW dar.

Neues Bewertungssystem: Sterne statt Boni

Nach Informationen von BILDplus plant der Konzern, die variable Vergütung radikal umzubauen. Manager sollen künftig anhand eines Sternesystems bewertet werden, das ihre Leistung und ihren Beitrag zur Transformation des Unternehmens misst. Die genauen Kriterien werden derzeit ausgearbeitet. Ziel ist es, Mittelmaß unattraktiver zu machen und Spitzenleistungen stärker zu belohnen.

Ein Sprecher von Volkswagen bestätigte die Pläne: „Wir wollen ein System, das Leistung und Transformation belohnt und gleichzeitig klare Konsequenzen für mangelnde Performance vorsieht. Rückstufungen sind Teil dieses neuen Ansatzes.“

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Rückstufungen und neue Karrierestufen

Ein zentrales Element der Reform ist die Möglichkeit von Rückstufungen. Bisher waren Aufstiege im Management weitgehend garantiert, sofern keine groben Fehler gemacht wurden. Künftig sollen Manager, die nicht die erwartete Leistung bringen, auch wieder auf niedrigere Positionen versetzt werden können. Dies soll den Leistungsdruck erhöhen und die Effizienz steigern.

Die Karrierestufen werden neu geordnet. Statt einer starren Hierarchie sollen flexible Stufen eingeführt werden, die eine schnellere Entwicklung für Top-Performer ermöglichen, aber auch klare Abstiegsmöglichkeiten für schwächere Manager vorsehen.

Auswirkungen auf die Machtverhältnisse

Der Umbau dürfte die Machtverhältnisse im Konzern verschieben. Bislang waren die Bonuszahlungen ein zentrales Instrument der Führungskräftebindung. Mit dem Wegfall des Bonussystems und der Einführung von Rückstufungen wird die Position einzelner Manager stärker von ihrer aktuellen Leistung abhängig. Dies könnte zu einer höheren Fluktuation in der Führungsetage führen und den Druck auf die Belegschaft erhöhen.

Laut Konzernkreisen soll das neue System ab 2027 schrittweise eingeführt werden. Zunächst ist eine Testphase in ausgewählten Bereichen geplant, bevor es auf den gesamten Konzern ausgeweitet wird.

Reaktionen aus der Belegschaft

Die Ankündigung stößt in der Belegschaft auf gemischte Reaktionen. Während einige die Reform als längst überfällig begrüßen, fürchten andere eine weitere Verschärfung des Leistungsdrucks. Betriebsrat und Gewerkschaften haben angekündigt, die Pläne genau zu prüfen und auf soziale Verträglichkeit zu achten.

Ein Betriebsrat sagte: „Wir werden darauf achten, dass die neue Bewertung fair und transparent ist und nicht zu einer Willkür gegenüber den Managern führt. Gleichzeitig begrüßen wir, dass Leistung stärker belohnt werden soll.“

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