Volkswagen plant drastischen Sparkurs: 60 Milliarden Euro Einsparungen bis 2028
VW plant 60-Milliarden-Sparprogramm bis 2028

Volkswagen plant massiven Sparkurs: 60 Milliarden Euro Einsparungen bis 2028

Wolfsburg – Beim größten europäischen Automobilhersteller herrscht Alarmstimmung. Der Volkswagen-Konzern hat ein ehrgeiziges Ziel formuliert: Bis zum Jahr 2028 sollen die konzernweiten Kosten um satte 20 Prozent gesenkt werden. Bei einem jährlichen Kostenapparat von rund 300 Milliarden Euro entspricht dies einer Einsparung von etwa 60 Milliarden Euro pro Jahr – eine gewaltige Summe, die tiefgreifende Konsequenzen für Standorte, Investitionen und Beschäftigte haben könnte.

Internes Sanierungsprogramm mit weitreichenden Folgen

Wie das „Manager Magazin“ unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, stellte Konzernchef Oliver Blume das Vorhaben bereits Mitte Januar bei einer internen Klausur mit etwa 120 Top-Führungskräften vor. Seine klare Botschaft lautete: „Wir müssen die Gewinnschwelle senken.“ Das ambitionierte Ziel von 20 Prozent weniger Kosten gilt für alle Marken des Konzerns und erstreckt sich über sämtliche Kostenarten – von Materialkosten über Entwicklung und Verwaltung bis hin zu Vertrieb und Projekten. Alles wird auf den Prüfstand gestellt.

Besonders brisant: Laut den Berichten könnten sogar Werksschließungen zur Debatte stehen. Offiziell bestätigt ist dies zwar nicht, doch intern ist von einem umfassenden Sanierungsprogramm die Rede. Ein Insider beschrieb die Situation drastisch mit den Worten: „Es brennt.“

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Gründe für den drastischen Sparkurs

Der Druck auf den Konzern ist enorm. In China läuft das Geschäft nur schwach, US-Zölle belasten zusätzlich, und der Wettbewerb wird immer härter. Gleichzeitig bleiben die Kosten hoch – insbesondere für Softwareentwicklung und die parallele Produktion von Verbrennern und Elektroautos. Hinzu kommt, dass Volkswagen mit rund 260 Milliarden Euro Finanzschulden belastet ist. Je knapper das Geld wird, desto größer wird der Zwang zu sparen.

Finanzchef Arno Antlitz hatte zuletzt noch sechs Milliarden Euro zusätzliches Kapital organisiert, unter anderem durch den Verkauf von Zahlungsansprüchen. Dies verschaffte dem Konzern kurzfristig finanziellen Spielraum, sorgte intern jedoch für Unmut – auch weil das zusätzliche Geld laut Berichten exakt ausreichte, um gefährdete Manager-Boni zu sichern.

Bestehende Sparprogramme und ungewisse Zukunft

Bereits jetzt laufen bei Volkswagen, Audi und anderen Marken große Sparprogramme. Zehntausende Stellen sollen bis 2030 abgebaut werden. Gleichzeitig ringt der Konzern darum, seine Investitionsplanung zu reduzieren. Im März stehen zudem Betriebsratswahlen an, und viele erwarten, dass größere Entscheidungen erst danach fallen werden.

Die entscheidende Frage bleibt: Bleibt es bei Effizienzprogrammen, oder trifft der Sparhammer am Ende auch ganze Werke? Die kommenden Monate werden zeigen, wie tief die Einschnitte wirklich gehen und welche Konsequenzen sie für die Belegschaft und die Standorte des Konzerns haben werden.

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