Tarifstreit in der Ernährungswirtschaft: Warnstreik bei MEG Roßbach
Mehr als 1.000 Euro Lohnunterschied zum Westen: Mitarbeiter bei MEG in Roßbach streiken. Die MEG Roßbach produziert Flaschenrohlinge und Deckel für den Konzern hinter den Supermarktketten Kaufland und Lidl. Doch am Montag standen die Anlagen teils still. Im Tarifstreit rief die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) zum Warnstreik auf. Für die NGG geht es vor allem darum, 36 Jahre nach der Wende die große Lohnlücke zum Westen zu schließen.
Streik legt Produktion lahm
„Die Produktion der Deckel steht“, berichtete Uwe Ledwig, Vorsitzender der NGG Ost, am Montag kurz vor 8 Uhr. Die NGG hatte die Beschäftigten der Frühschicht bei der MEG Roßbach zum Warnstreik aufgerufen. Das Ziel: In den laufenden Tarifverhandlungen für die Ernährungswirtschaft in Ostdeutschland den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Die Beschäftigten fordern eine deutliche Lohnerhöhung, um die Kluft zwischen Ost und West zu verringern.
Der Warnstreik ist Teil einer größeren Tarifrunde in der ostdeutschen Ernährungswirtschaft. Die Gewerkschaft verlangt eine Anhebung der Löhne um mindestens 500 Euro pro Monat, während die Arbeitgeber lediglich moderate Steigerungen anbieten. Die NGG kritisiert, dass die Lohnunterschiede trotz gleicher Arbeit weiterhin bestehen. In Westdeutschland verdienen Beschäftigte in der Branche im Schnitt über 1.000 Euro mehr als ihre Kollegen im Osten.
Solidarität und Ausblick
Die Streikenden zeigten sich entschlossen. „Wir lassen uns nicht länger mit weniger Lohn abspeisen“, sagte ein Mitarbeiter. Die NGG plant weitere Aktionen, falls die Arbeitgeber nicht einlenken. Die nächste Verhandlungsrunde ist für Mitte Mai angesetzt. Sollte es keine Einigung geben, sind flächendeckende Streiks in der gesamten Branche möglich.
Die MEG Roßbach ist ein wichtiger Zulieferer für die Schwarz-Gruppe, zu der Kaufland und Lidl gehören. Ein längerer Streik könnte die Lieferketten beeinträchtigen. Das Unternehmen wollte sich zu den Auswirkungen bisher nicht äußern.



