Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff hat angesichts des großen Enthusiasmus um den jungen Formel-1-Piloten Kimi Antonelli vor überzogenen Erwartungen gewarnt. „Er verdient jede Anerkennung, die er bekommt, aber gleichzeitig müssen wir Maß halten“, erklärte Wolff im Interview mit der Gazzetta dello Sport. Die Königsklasse des Motorsports basiere auf Konstanz, und Antonelli benötige „Raum, um zu wachsen und seine Geschichte ohne zu großen Druck zu schreiben“.
Drei Siege in Folge und WM-Führung
Der erst 19-jährige Antonelli hat in dieser Saison bereits drei Rennen in Folge gewonnen und führt die Fahrerwertung an. Italien wartet seit 1953 auf einen Formel-1-Weltmeister, was die öffentlichen Erwartungen zusätzlich anheizt. Genau diese Entwicklung bereitet Wolff Sorgen: „Genau das macht mir Angst“, sagte der Österreicher. Nach dem starken Saisonstart könne es auch schwierigere Phasen geben. „Ich möchte nicht, dass die Öffentlichkeit dann sagt: ‚Oh, was ist passiert? Haben wir uns in ihm getäuscht?‘“
„Rohdiamant“ Antonelli
Wolff betonte, dass Antonelli wie ein „Rohdiamant“ behandelt werden müsse – von den Medien, den Fans und dem Team. Er benötige Schutz und Zeit, um sich zu entwickeln. Bereits zuvor hatte Wolff bei Sky Sports ähnliche Töne angeschlagen. „Das große Problem ist die italienische Öffentlichkeit“, erklärte er und verwies auf den Bedarf an sportlichen Nationalhelden angesichts des anhaltenden Misserfolgs der italienischen Fußballnationalmannschaft. Da sich die Squadra Azzurra nicht für die Weltmeisterschaft qualifiziert habe, richte sich die Aufmerksamkeit nun auf Antonelli und Tennis-Star Jannik Sinner.
Wolffs Aussagen unterstreichen die Notwendigkeit, junge Talente behutsam aufzubauen und nicht mit überzogenen Erwartungen zu belasten. Die Formel 1 ist ein hartes Geschäft, und selbst die größten Talente brauchen Zeit, um sich zu etablieren.



