Ex-HSV-Torwart Julian Pollersbeck (30) trainiert seit einer Woche bei Energie Cottbus mit – ein Ende des Probetrainings ist noch nicht absehbar. Während andere Vereine Testspieler oft schon nach drei Tagen beurteilen, lässt sich Energie-Coach Claus-Dieter Wollitz (60) bewusst Zeit.
Pollersbeck soll als Nummer zwei Druck auf Lotka ausüben
Der frühere U21-Nationaltorwart kämpft um einen Vertrag und könnte als Nummer zwei verpflichtet werden, mit dem klaren Auftrag, der neuen Nummer eins Marcel Lotka (25) Druck zu machen. Wie BILD erfuhr, bekommt Pollersbeck am Samstag im Testspiel gegen Hertha II (14 Uhr, Reifenlehning Sportpark in Peitz) seine Chance und wird beim Zweitliga-Aufsteiger von Beginn an zwischen den Pfosten stehen.
Wollitz zu BILD: „Gestern habe ich noch mit meinem Torwarttrainer gesprochen. Wir werden ihm am Wochenende das Testspiel geben und danach schauen, ob wir eine Entscheidung treffen. Ich bin jemand, der Spieler gerne über einen längeren Zeitraum beobachtet, um sie besser kennenzulernen. Viele nennen das Probetraining – ich nenne es Kennenlernen. Es muss schließlich auch für ihn passen. Es bringt ja nichts, wenn die einen sagen: ,Das ist super‘, der andere aber sagt: ,Das passt einfach nicht.“
Pollersbecks bewegte Karriere: Vom U21-Europameister zum vereinslosen Keeper
Pollersbeck galt einst als eines der größten Torwart-Talente Deutschlands. Mit der U21-Nationalmannschaft wurde er sensationell Europameister und als bester Torwart des Turniers ausgezeichnet. Über den 1. FC Kaiserslautern und den HSV führte ihn sein Weg zu Olympique Lyon und dem FC Lorient (beide Frankreich), später zum 1. FC Magdeburg und zuletzt nach Regensburg. Jetzt testet Energie den Ex-HSV-Star für die 2. Liga. Beim Drittligisten SSV Jahn kam Pollersbeck in der vergangenen Saison wegen zahlreicher Verletzungen nur zu einem einzigen Einsatz über 90 Minuten – beim 0:1 in Mannheim. Für den vereinslosen Keeper wäre es die Chance, wieder in der 2. Liga Fuß zu fassen.



