Zalando-Standort Erfurt geschlossen: Sozialplan mit 80 Mio. Euro Rückstellung
Zalando-Standort Erfurt geschlossen: Sozialplan steht

Für das Zalando-Logistikzentrum in Erfurt ist das Aus endgültig besiegelt. Nach monatelangen Verhandlungen wurde ein millionenschwerer Sozialplan vereinbart, der die Abfindungen für die rund 2.100 betroffenen Beschäftigten regelt. Die Schließung des Standorts zum Ende September 2026 ist damit besiegelt, wie der Betriebsrat und ein Unternehmenssprecher bestätigten.

Keine Einigung auf Interessenausgleich

Die Verhandlungen zwischen Management und Betriebsrat über einen Interessenausgleich waren zuvor gescheitert. Daher musste eine Einigungsstelle des Arbeitsgerichts Erfurt den Sozialplan per Spruch festlegen. Der Dax-Konzern hatte Rückstellungen von 80 Millionen Euro für die Schließung gebildet, wie ein Unternehmenssprecher erklärte. Das Geld sei für Abfindungen, aber auch für mögliche Mehrkosten wie Zeitarbeitseinsätze vorgesehen.

Transfergesellschaft abgelehnt

Besonders umstritten war die Weigerung Zalandos, eine Transfergesellschaft zu finanzieren, die den Beschäftigten den Übergang in neue Jobs erleichtern sollte. Der Betriebsrat bezeichnete dieses Verhalten als „beschämend“. Das Unternehmen sei nicht bereit gewesen, zusätzliche Mittel bereitzustellen. Trotz Protesten von Belegschaft, Gewerkschaften und der Thüringer Landesregierung hielt der Online-Modehändler an der im Januar verkündeten Schließungsentscheidung fest.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Gründe für die Standortschließung

Zalando begründete die Aufgabe des Standorts mit der Neuausrichtung des europaweiten Logistiknetzes nach der Übernahme von About You. Ein neuer Logistikstandort entstehe stattdessen in Gießen. Die Verhandlungen hatten sich lange hingezogen und führten zur Einschaltung des Arbeitsgerichts Erfurt, das schließlich eine Einigungsstelle einsetzte.

Auswirkungen auf die Region

Die Schließung des Logistikzentrums ist ein schwerer Schlag für den Arbeitsmarkt in Erfurt und Thüringen. 2.100 Arbeitsplätze gehen verloren, und die fehlende Transfergesellschaft erschwert die berufliche Neuorientierung der Betroffenen. Die Landesregierung hatte sich vergeblich für den Erhalt des Standorts eingesetzt.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration