Buckelwal Hartwin nähert sich Deutschland: Behörden ohne konkreten Plan nach Timmy-Drama
Buckelwal Hartwin: Behörden ohne konkreten Plan

Der Buckelwal „Hartwin“ bewegt sich immer näher auf deutsche Gewässer zu. Zuletzt wurde das offenbar kranke Tier in der Flensburger Förde gesichtet, nachdem es durch den Kleinen Belt und mehrere dänische Fjorde gezogen war. Experten und Tierschützer befürchten eine Wiederholung des Dramas um Buckelwal „Timmy“, der wochenlang für Schlagzeilen sorgte und trotz aller Rettungsversuche starb.

Keine konkreten Konsequenzen aus dem Fall Timmy

Auf Anfrage von BILD zeigt sich: Die zuständigen Umweltministerien haben aus dem Tod von Timmy kaum konkrete Maßnahmen abgeleitet. Das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommerns erklärte lediglich, man beobachte den Weg des Wals und stehe mit Fachleuten im Austausch. Wie sich die Behörden auf eine mögliche Strandung Hartwins vorbereiten, blieb offen. Ein Sprecher betonte: „Jede Walstrandung ist anders. Sollte es erneut zu einer Strandung an der Küste MVs kommen, würde der Situation angepasst reagiert.“

Kein Austausch mit Dänemark

Überraschend: Mecklenburg-Vorpommern steht nach eigenen Angaben nicht im Austausch mit dänischen Behörden oder wissenschaftlichen Einrichtungen. Begründung: Der Wal befinde sich derzeit nicht in den Hoheitsgewässern des Landes. Zuständig sei gegebenenfalls der Bund. Man würde sich kurzfristig abstimmen.

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Schleswig-Holstein bleibt vage

Auch das Kieler Umweltministerium äußerte sich zurückhaltend. Im Falle einer Strandung werde man sich „kurzfristig“ mit Behörden und Wissenschaftlern abstimmen. Konkrete Einsatzpläne oder Vorbereitungen wurden nicht genannt. Das Ministerium teilte mit: „Wale sind geschützte Wildtiere und bewegen sich frei durch die Meere. Um die Tiere nicht zu stören, sollte bei jeder Sichtung großer Abstand gehalten werden.“

Erinnerungen an das Timmy-Drama

Die Erinnerungen an das wochenlange Drama um Timmy sind noch frisch. Damals gab es Diskussionen über Rettungsversuche, Zuständigkeiten und die richtigen Maßnahmen. Am Ende stand ein monatelanger Streit darüber, ob schneller oder anders hätte gehandelt werden müssen. Die Tierschutz-Initiative „Stranded No More“, die Hartwins Bewegungen dokumentiert, warnt vor einem ähnlichen Schicksal. Hartwin bewege sich durch enge Meerengen, Fjorde und küstennahe Gewässer – genau jene Bereiche, die für große Buckelwale problematisch werden können.

Ernstfall muss erst eintreten

Trotz der bekannten Route und der Sorgen um den Zustand des Wals verweisen die Behörden bislang vor allem auf Zuständigkeiten und den Ernstfall, der erst eintreten müsse. Nach dem bundesweit diskutierten Timmy-Drama hätten viele Tierfreunde wohl mehr erwartet. Einen klaren länderübergreifenden Plan, wie ihn sich Umweltminister Till Backhaus wünscht, scheint es bisher nicht zu geben.

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