Handwerker vor Gericht: Ehemann ersticht Frau vor Kindern
Handwerker vor Gericht: Ehemann ersticht Frau vor Kindern

Am Donnerstag begann vor dem Landgericht Landshut der Prozess gegen Juri B. (46), einen Handwerker aus dem niederbayerischen Wallersdorf. Er soll seine von ihm getrennt lebende Ehefrau Kristin B. (38) in der Nacht zum 25. Dezember 2025 vor den Augen seiner drei Kinder erstochen haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord aus Eifersucht vor.

Notruf des Sohnes: „Meine Mama wird gerade abgestochen“

Gegen Mitternacht alarmierte der 13-jährige Sohn der Familie die Polizei mit verzweifelten Rufen: „Polizei! Polizei! Meine Mama wird gerade abgestochen!“ Die Beamten trafen sieben Minuten nach dem Notruf am Tatort ein, doch für die 38-jährige Mutter kam jede Hilfe zu spät. Sie war bereits ihren zahlreichen Stichverletzungen erlegen. Laut Anklage hatte Juri B. ihr aus Eifersucht unzählige Male in den Kopf gestochen.

Erst zwei Monate vor der Tat hatte Kristin B. ein Kontaktverbot gegen ihren aggressiven Ehemann erwirkt. Doch selbst nach der Trennung glaubte der Angeklagte offenbar, über ihr Leben bestimmen zu können. Vor Gericht versuchte er, die Schuld auf sein Opfer abzuwälzen: „Meine Frau sollte sich um die Buchhaltung meiner Firma kümmern, doch hatte jahrelang keine Steuererklärung eingereicht. Stattdessen vertrieb sie erfolglos Wasserstaubsauger, während sie mich aus dem Haus werfen ließ, ich im Auto schlafen und von 100 Euro im Monat leben musste.“

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Staatsanwältin: „Er drohte ihr, sie zu erschlagen“

Die Staatsanwältin Maria Offenbeck stellte jedoch klar, dass das Kontaktverbot wegen eindeutiger Drohungen des Angeklagten erlassen worden war: „Er drohte ihr mehrfach, sie zu erschlagen, wenn sie fremdgehe.“ Am Tattag lauerte Juri B. seiner Ex-Frau in Wallersdorf auf, bis sie von ihrem neuen Freund nach Hause kam. Als er sie in den Schwitzkasten nahm, versuchte der 13-jährige Sohn seine Mutter zu retten und stellte sich dem Vater mit einem Brotmesser entgegen. Dadurch konnte sich Kristin B. zunächst befreien und flüchten. Die Staatsanwältin weiter: „Der Angeklagte schlug ihm mit der Faust ins linke Auge, entriss ihm gewaltsam das Messer und rannte der Geschädigten hinterher.“ Ein paar hundert Meter weiter holte er Kristin B. ein und stach auf sie ein. An einem Gartenzaun sackte das Opfer zusammen und starb.

Laut Anklage ging der Handwerker planvoll vor: Vor der Tat nahm er den Kindern die Handys ab, damit sie die Mutter nicht warnen konnten. Dennoch will er einen Blackout gehabt haben: „Die Ausführung der Messerstiche ist in meiner Erinnerung nicht mehr vorhanden. Aber das Bild, wie meine Frau tot auf den Zaun sackte, habe ich immer noch vor Augen. Ich höre heute noch eine Stimme rufen: ‚Was hast du gemacht, was hast du getan?‘“ Kurz darauf konnte ihn die Polizei widerstandslos festnehmen.

Entschuldigung bei den Kindern – Urteil am 14. Juli

Im Prozess entschuldigte sich Juri B. am Donnerstag bei seinen drei Kindern: „Sie haben mitbekommen, was ich getan habe. Ich habe nicht nur die Frau getötet, die ich einmal geliebt habe, ich habe auch meinen drei Kindern die Mutter genommen.“ Die Söhne sind bis heute traumatisiert: Der Sechsjährige machte der ersten Polizistin am Tatort die Stichbewegungen vor, die er wahrgenommen hatte.

Richter Ralph Reiter will das Urteil am 14. Juli verkünden. Auf Juri B. kommt eine lebenslange Haftstrafe zu.

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