Die Flucht des mutmaßlichen Mörders von Etchika Pollex ist beendet. Zwei Wochen nach dem brutalen Mord an der 70-jährigen Ex-Box-Promoterin in Wien haben Ermittler den dringend Tatverdächtigen im Raum Nizza festgenommen. Der 24-jährige Tschetschene soll die Deutsche in ihrer Wiener Wohnung mit zahlreichen Messerstichen getötet haben.
Festnahme in Frankreich
Wie die Wiener Polizei am Donnerstag mitteilte, konnten Ermittler den Mann im Raum Nizza lokalisieren. Französische Behörden nahmen den 24-Jährigen am Mittwochabend fest. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft Wien einen Europäischen Haftbefehl beantragt. Der Verdächtige hatte Österreich bereits wenige Tage nach der Bluttat verlassen und war nach Frankreich geflüchtet.
Umfangreiche Ermittlungen des Landeskriminalamts Wien hatten den dringenden Tatverdacht gegen den Mann erhärtet. Als sich Hinweise ergaben, dass er sich ins Ausland abgesetzt hatte, übernahm das österreichische Bundeskriminalamt die internationale Fahndung. Gemeinsam mit dem französischen Fugitive Active Search Team (FAST) konnte der Verdächtige schließlich im Raum Nizza aufgespürt werden.
Ermittlungserfolg durch Zusammenarbeit
Landespolizeivizepräsident in Wien, General Dieter Csefan, lobte die Kooperation: „Dieser rasche polizeiliche Ermittlungserfolg ist das Ergebnis einer hervorragenden und engagierten Zusammenarbeit.“ Die Ermittlungen des Landeskriminalamts Wien und der Staatsanwaltschaft dauern an.
Etchika Pollex war am 25. Juni von Bekannten tot in ihrer Dachgeschosswohnung im Wiener Bezirk Mariahilf nahe dem Wiener Naschmarkt entdeckt worden. Die 70-Jährige wies zahlreiche Stich- und Schnittverletzungen auf. Schon kurz nach der Tat geriet ihr deutlich jüngerer Mitbewohner ins Visier der Ermittler.
Ungeklärte Hintergründe
Kurz vor ihrem Tod hatte Pollex noch öffentlich von ihrer neuen Liebe geschwärmt. In einem TikTok-Video sprach die 70-Jährige von einer „wunderschönen Wendung“ in ihrem Leben. Zwar gebe es Schwierigkeiten, die ihren Partner beträfen, sagte sie damals. Doch sie war überzeugt: „Unsere Liebe ist wunderbar.“ Es sollte ihr letztes Posting sein.
Die Hintergründe des Mordes sind weiterhin unklar. Das Landeskriminalamt Wien ermittelt gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft, was sich in der Wohnung abgespielt hat. Auch das Motiv hinter dem tödlichen Angriff steht noch nicht fest.



