Die geplanten Kürzungen in der Psychotherapie zielen darauf ab, die Krankenkassen zu entlasten. Doch statt Kosten zu senken, verschärfen sie das Leid der Betroffenen, verlängern Wartelisten und treiben die Folgekosten in die Höhe. Ein Kommentar von Heike Le Ker.
Frühzeitige Behandlung spart Kosten und rettet Leben
Therapeutinnen und Therapeuten arbeiten täglich daran, Menschen mit psychischen Erkrankungen zu helfen. Frühzeitige Behandlungen können nicht nur Leid verhindern, sondern auch langfristig Kosten sparen. Doch die geplanten Einsparungen gefährden dieses Ziel.
Wartelisten werden länger
Bereits jetzt müssen Patienten oft monatelang auf einen Therapieplatz warten. Die Kürzungen würden die Situation weiter verschärfen. Laut Schätzungen der Bundespsychotherapeutenkammer warten rund 1,5 Millionen Menschen in Deutschland auf einen Therapieplatz. Die geplanten Maßnahmen könnten die Wartezeiten um weitere Monate verlängern.
Folgekosten steigen
Wer keine rechtzeitige Therapie erhält, leidet nicht nur länger, sondern verursacht auch höhere Kosten im Gesundheitsystem. Psychische Erkrankungen führen häufig zu Arbeitsunfähigkeit, Krankschreibungen und sogar Frühverrentung. Die Folgekosten können die vermeintlichen Einsparungen bei weitem übersteigen.
Einsparungen auf Kosten der Gesundheit
Die geplanten Kürzungen sind ein gefährlicher Irrweg. Statt an der Therapie zu sparen, sollte die Politik in den Ausbau der psychotherapeutischen Versorgung investieren. Nur so können Leid verhindert und langfristig Kosten gesenkt werden.



