Bauzinsen aktuell: Sparkassentochter 1822direkt erhöht – Vergleich zeigt Details
Bauzinsen: 1822direkt erhöht – Vergleich zeigt Details

Mehrere Banken haben in der vergangenen Woche die Zinsen für Immobilienkredite angehoben. Auch die Sparkassentochter 1822direkt hat ihre Konditionen erhöht – ein Beispiel zeigt, wie die neuen Bauzinsen im Vergleich abschneiden.

1822direkt erhöht Bauzinsen: Effektivzins steigt auf 3,85 Prozent

Die 1822direkt hat die Zinsen für Baufinanzierungen angehoben. Der repräsentative Effektivzins kletterte von 3,65 Prozent Anfang Juli auf aktuell 3,85 Prozent p. a. Grundlage dieses Werts ist ein Darlehen über 300.000 Euro mit zehnjähriger Zinsbindung und einem anfänglichen Tilgungssatz von 2 Prozent. Für Kreditnehmer bedeutet das eine monatliche Rate von 1440,00 Euro statt zuvor 1392,50 Euro – die Kosten steigen damit um rund 47 Euro monatlich beziehungsweise 570 Euro jährlich, sofern die Tilgung unverändert bleibt.

Im Vergleich mit anderen Anbietern kann die 1822direkt zunächst mithalten: Vermittler Interhyp nennt für zehnjährige Laufzeiten einen üblichen Zins von 3,95 Prozent, während die 1822direkt mit einem Sollzins von 3,76 Prozent und einem effektiven Jahreszins von 3,85 Prozent darunter liegt. Dr. Klein gibt für die Immobilienfinanzierung je nach Sollzinsbindung eine Top-Zinsspanne von 3,57 bis 4,22 Prozent an – hier ordnet sich die Sparkassentochter im Mittelfeld ein.

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Zinsaufschlag für schlechtere Energieeffizienz beachten

Zu beachten ist allerdings ein Zinsaufschlag von 0,10 Prozentpunkten, den die 1822direkt für Immobilien berechnet, die nicht die Energieeffizienzklasse A oder A+ erreichen. Kreditnehmer sollten diesen Punkt beim Vergleich unbedingt einkalkulieren.

Grundsätzlich gilt zudem: Die Konditionen für Immobilienkredite lassen sich nicht pauschal vergleichen, sondern hängen maßgeblich von der finanziellen Situation des Kreditnehmers, dem Immobilienwert und dem Eigenkapitalanteil ab.

PSD Bank Nürnberg erhöht Bauzinsen auf 3,59 Prozent

Nach der ING hat nun auch die PSD Nürnberg ihre Zinsen für Immobilienkredite erhöht. Lag der effektive Zins im repräsentativen Beispiel der Bank vor wenigen Tagen noch bei 3,44 Prozent, steigt er nun auf 3,59 Prozent. Die Bank gibt den Zins für ihre Baufinanzierung unter der Annahme an, dass insgesamt 300.000 Euro mit zehn Jahren Zinsbindung und einer anfänglichen Tilgungsrate von einem Prozent finanziert werden. Der Beleihungslauf liegt bei etwa 50 Prozent. Die monatliche Rate steigt damit von 1296,59 Euro auf 1337,94 Euro. Das bedeutet Mehrkosten von 41,35 Euro im Monat – oder etwa 496 Euro im Jahr.

Im Marktvergleich überraschen die neuen Konditionen trotz der Zinserhöhung positiv. So gibt der Vermittler Interhyp für zehnjährige Laufzeiten einen üblichen Zins von 3,93 Prozent an. Hier liegt die PSD Bank mit einem Sollzins von 3,53 Prozent und einem effektiven Jahreszins von 3,59 Prozent klar darunter. Dr. Klein nennt eine Top-Zinsspanne von 3,57 bis 4,22 Prozent – auch hier bewegt sich die PSD Bank Nürnberg unterhalb beziehungsweise am unteren Ende dieser Spanne.

ING erhöht Bauzinsen: Effektivzins auf 4,38 Prozent

Die ING erhöht erneut die Zinsen für Baufinanzierungen: „Aufgrund der Situation an den Geld- und Kapitalmärkten erhöht die ING die Konditionen für die Baufinanzierung über alle Zinsbindungen“, teilt die Bank mit. Die Zinserhöhung zeigt sich auch im repräsentativen Beispiel des Geldinstituts. Die ING legt der Berechnung folgende Bedingungen zugrunde: ein Darlehen von 300.000 Euro, eine Zinsbindung von 15 Jahren sowie eine anfängliche Tilgung von 3 Prozent. Der Sollzins liegt bei 4,27 Prozent p. a. (zuvor 4,10 Prozent), der effektive Jahreszins steigt auf 4,38 Prozent p. a. (zuvor 4,20 Prozent). Grundlage ist eine Beleihung von 85 Prozent. Die monatliche Rate steigt auf 1817,50 Euro – zuvor lag sie bei 1775 Euro pro Monat. Damit entstehen Mehrkosten von 42,50 Euro im Monat oder 510 Euro im Jahr.

Ein Marktüberblick zeigt, dass es auch günstigere Konditionen geben kann. Der Vermittler Interhyp gibt für fünfzehnjährige Laufzeiten einen üblichen Zins von 4,09 Prozent an. Die ING liegt mit einem Sollzins von 4,27 Prozent und einem effektiven Jahreszins von 4,38 Prozent darüber. Dr. Klein nennt eine Top-Zinsspanne von 3,57 bis 4,22 Prozent, womit sich die ING ebenfalls über dieser Spanne bewegt.

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Allianz erhöht Bauzinsen ab 17. Juli

Der Aufwärtstrend bei den Konditionen der Anbieter setzt sich fort: Nach ING und Commerzbank hat nun auch die Allianz eine Zinserhöhung angekündigt. Ab dem 17.07.2026 steigen die Bauzinsen bei dem Finanzdienstleister. Laut repräsentativem Beispiel liegt der gebundene Sollzins dann bei 4,62 Prozent p. a. (zuvor 4,57 Prozent), der effektive Jahreszins bei 4,74 Prozent (zuvor 4,69 Prozent). Die anfängliche Tilgung beträgt 2 Prozent, der Beleihungsauslauf 80 Prozent des Marktwerts. Bei einem Nettodarlehensbetrag von 150.000 Euro und einer Zinsbindung von 25 Jahren ergibt sich eine monatliche Rate von 827,50 Euro – zuvor waren es 821,25 Euro. Die monatlichen Kosten steigen damit um 6,25 Euro beziehungsweise 75 Euro im Jahr.

Das Angebot liegt über den Top-Zinsen der Vermittler, was allerdings auch an der vergleichsweise langen Zinsbindung von 25 Jahren liegen kann. Dr. Klein gibt eine Top-Zinsspanne von 3,57 bis 4,22 Prozent an – damit liegen die Konditionen der Allianz darüber. Der Konkurrent Interhyp nennt einen Top-Zins von 4,17 Prozent, allerdings für eine zwanzigjährige Zinsbindung.

Commerzbank erhöht Bauzinsen auf 4,00 Prozent

Die Commerzbank hat die Bauzinsen wieder angehoben. Im repräsentativen Beispiel liegt der effektive Jahreszins jetzt bei 4,00 Prozent, zuvor lag er noch bei 3,88 Prozent. Die Bank kalkuliert dabei mit 100.000 Euro und zehn Jahren Zinsbindung, wobei es sich um eine Finanzierung selbst genutzten Wohneigentums bis maximal 60 Prozent des Beleihungswertes handelt. Daraus ergibt sich eine monatliche Rate von 1009,13 Euro, zuvor waren es noch 1003,45 Euro. Damit steigt die monatliche Rate um 5,68 Euro, sofern die Tilgung unverändert bleibt. Übers Jahr gerechnet bedeutet das Mehrkosten von rund 68 Euro.

Ein Vergleich zeigt, dass es auf dem Markt auch günstigere Angebote geben kann. Der Vermittler Interhyp nennt für eine zehnjährige Laufzeit einen Zins von 3,84 Prozent. Die Commerzbank liegt mit einem Sollzins von 3,93 Prozent und einem effektiven Jahreszins von 4,00 Prozent darüber. Dr. Klein gibt eine Top-Zinsspanne von 3,57 bis 4,22 Prozent an – damit bewegt sich die Commerzbank im mittleren bis oberen Bereich.

Bauzinsen vor Trendwende? Profi warnt vor Folgen

In den vergangenen Wochen hatten mehrere Geldinstitute ihre Konditionen für Baufinanzierungen gesenkt. Das könnte sich nun allerdings ändern. Getragen wurde die vorübergehende leichte Entspannung bei den Bauzinsen maßgeblich von der Hoffnung auf eine dauerhafte friedliche Lösung im Iran-Krieg. Die erneute militärische Eskalation zwischen den USA und dem Iran sorgt nun jedoch für eine neue Dynamik an den Finanzmärkten, heißt es im aktuellen Zinskommentar des Kreditvermittlers Interhyp. Jörg Utecht, CEO der Interhyp-Gruppe, ordnet die aktuelle Lage so ein: „Nach dem Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran waren die Bauzinsen zunächst spürbar unter die Marke von 4 Prozent gesunken.“ Die jüngste Eskalation im Nahen Osten dürfte diese Entwicklung nach Einschätzung des Profis jedoch stoppen. „Die Renditen der Staatsanleihen haben bereits wieder spürbar angezogen – und in der Folge dürften auch die Bauzinsen bald wieder anziehen“, befürchtet Utecht. Für Immobilieninteressenten bedeutet das: Die kurzzeitige Phase der Marktentspannung scheint bereits wieder vorüber zu sein. „Ein detaillierter Vergleich der Anbieter ist nun lohnenswert, da die Kreditinstitute in unterschiedlicher Geschwindigkeit auf die neue Nachrichtenlage reagieren“, rät der Kredit-Profi.

Beste Bauzinsen der Woche im Vergleich

Gleich mehrere Banken haben in den vergangenen Wochen die Bauzinsen gesenkt. Kreditvermittler vergleichen mehrere Angebote, um den besten Zins für ihre Kunden zu finden. Allerdings zeigen sich hier große Unterschiede. Ein Fallbeispiel kalkuliert, welchen Effekt diese haben können: Ein Paar möchte eine Bestandsimmobilie im Wert von 400.000 Euro erwerben und bringt 80.000 Euro Eigenkapital mit. Finanziert werden soll bei einer Zinsbindung von zehn Jahren und einer anfänglichen Tilgung von zwei Prozent.

  • Dr. Klein: effektiver Jahreszins 3,54 % (vor einer Woche 3,62 %), monatliche Rate 1601 Euro
  • Interhyp: effektiver Jahreszins 3,62 % (vor einer Woche 3,67 %), monatliche Rate 1622 Euro
  • Baufi24: effektiver Jahreszins 3,81 % (vor einer Woche 3,86 %), monatliche Rate 1677 Euro
  • DTW Immobilienfinanzierung: effektiver Jahreszins 3,81 % (vor einer Woche 3,96 %), monatliche Rate 1686 Euro

Das günstigste Angebot kommt von Dr. Klein, mit einem effektiven Zinssatz von 3,54 Prozent und einer Rate von 1601 Euro. Danach folgt Interhyp mit einem Zinssatz von 3,62 Prozent und einer monatlichen Rate von rund 1622 Euro. Dieses Angebot ist rund 21 Euro teurer. Eine größere Differenz gibt es im Vergleich zu Baufi24 mit einem effektiven Jahreszins von 3,81 Prozent und einer monatlichen Rate von 1677 Euro. Das Schlusslicht bildet die DTW Immobilienfinanzierung. Hier liegt der Jahreszins bei 3,81 Prozent, die monatlichen Kosten belaufen sich auf 1686 Euro. Das Angebot liegt damit rund 85 Euro über jenem von Dr. Klein.