Deutschlandticket wird 2027 teurer: Bund und Länder kürzen Zuschüsse
Deutschlandticket 2027: Preiserhöhung wegen Zuschuss-Einfrierung

Das Deutschlandticket wird teurer: Ab 2027 müssen Fahrgäste voraussichtlich 69 Euro pro Monat zahlen statt wie bisher 49 Euro. Grund ist ein Beschluss von Bund und Ländern, ihre Zuschüsse für das Ticket einzufrieren. Das berichtet die Augsburger Allgemeine unter Berufung auf Verhandlungskreise.

Was genau wurde beschlossen?

Bund und Länder haben sich darauf verständigt, die sogenannten Regionalisierungsmittel, aus denen das Deutschlandticket mitfinanziert wird, auf dem aktuellen Niveau einzufrieren. Das bedeutet: Die jährlichen Zuschüsse von rund 1,5 Milliarden Euro bleiben bis 2027 konstant, obwohl die Kosten im Nahverkehr steigen. Die Differenz soll über einen höheren Ticketpreis ausgeglichen werden.

Konkret sieht der Plan vor, den Preis des Deutschlandtickets zum 1. Januar 2027 auf 69 Euro anzuheben. Das entspricht einer Steigerung von rund 41 Prozent. Für viele Nutzer ist das eine deutliche Mehrbelastung. Ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums sagte: „Wir müssen die Finanzierung des Deutschlandtickets langfristig sichern. Eine Anpassung des Preises ist dabei unumgänglich.“

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Warum ist eine Preiserhöhung nötig?

Die Kosten für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) steigen stetig – etwa durch höhere Energiepreise, Tarifabschlüsse und Investitionen in die Infrastruktur. Bislang haben Bund und Länder diese Kostensteigerungen über zusätzliche Zuschüsse abgefedert. Doch diese Bereitschaft ist nun begrenzt. Die Länder hatten zuletzt betont, dass sie nicht noch mehr Geld bereitstellen können. Der Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, der niedersächsische Verkehrsminister Olaf Lies (SPD), sagte: „Die Einigung ist ein Kompromiss. Wir müssen die Finanzierung auf eine solide Basis stellen.“

Die Entscheidung fiel bei den Verhandlungen zur Zukunft des Deutschlandtickets. Ursprünglich war das Ticket als befristetes Angebot bis 2025 geplant, doch wegen des großen Zuspruchs soll es dauerhaft fortgeführt werden. Allein 2023 wurden rund 11 Millionen Abos verkauft. Um das Ticket auch in den kommenden Jahren anbieten zu können, müssen die Einnahmen die Kosten decken.

Wie reagieren Fahrgastverbände und Politik?

Fahrgastverbände kritisieren die geplante Erhöhung scharf. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) forderte, die Politik müsse das Ticket bezahlbar halten. „Eine Preiserhöhung auf 69 Euro wäre ein herber Schlag für die Akzeptanz des Deutschlandtickets“, sagte ein Sprecher. Auch die Opposition im Bundestag meldete sich zu Wort. Die Linke bezeichnete das Einfrieren der Zuschüsse als „sozialen Kahlschlag“.

Die Ampel-Koalition verteidigt den Schritt. Der haushaltspolitische Sprecher der FDP, Otto Fricke, argumentierte: „Das Deutschlandticket muss sich langfristig tragen. Wir können nicht jedes Jahr mehr Steuergeld in den Nahverkehr pumpen.“ Die Grünen zeigten sich ebenfalls zustimmend, mahnten aber soziale Härten an. Die SPD betonte, man habe die Erhöhung so gering wie möglich gehalten.

Welche Alternativen gab es?

In den Verhandlungen waren verschiedene Optionen diskutiert worden. Eine Möglichkeit war, den Preis stabil zu halten und dafür die Zuschüsse zu erhöhen. Das scheiterte am Widerstand der Länder, die auf ihre angespannten Haushalte verwiesen. Eine andere Idee war, das Ticket nur noch für bestimmte Personengruppen anzubieten – etwa für Studierende oder Sozialhilfeempfänger. Doch das hätte den Verwaltungsaufwand erhöht und wäre politisch schwer durchsetzbar gewesen.

Schließlich einigte man sich auf die moderate Erhöhung. Damit bleibt das Deutschlandticket im internationalen Vergleich günstig. In anderen europäischen Ländern kosten vergleichbare Monatstickets oft mehr als 100 Euro. Dennoch ist die Erhöhung für viele Haushalte spürbar.

Was bedeutet das für die Nutzer?

Für die rund 11 Millionen Abonnenten bedeutet die Erhöhung eine Mehrbelastung von 20 Euro pro Monat. Im Jahr summiert sich das auf 240 Euro. Viele werden überlegen, ob sich das Ticket weiterhin lohnt. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) warnt davor, dass dies zu einem Rückgang der Fahrgastzahlen führen könnte. „Wenn das Ticket deutlich teurer wird, steigen manche wieder aufs Auto um“, sagte ein VCD-Sprecher.

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Die Verkehrsunternehmen hoffen, dass die Erhöhung nicht zu massiven Kündigungen führt. Sie verweisen darauf, dass das Deutschlandticket immer noch günstiger ist als die bisherigen Monatskarten der Verkehrsverbünde. In Großstädten wie München kostet eine Monatskarte der Preisstufe M aktuell rund 84 Euro. Selbst mit 69 Euro bleibt das Deutschlandticket also attraktiv.

Wie geht es weiter?

Der Beschluss muss noch formal von den Gremien bestätigt werden. Die Ministerpräsidentenkonferenz soll im Dezember darüber abstimmen. Bis dahin will das Bundesverkehrsministerium die Details ausarbeiten. Eine offizielle Bestätigung des neuen Preises wird für Anfang 2025 erwartet.

Bis 2027 bleibt der Preis von 49 Euro bestehen. Die Erhöhung auf 69 Euro soll dann in einem Schritt erfolgen. Ob es danach weitere Anpassungen geben wird, ist offen. Die Politik hat sich geeinigt, die Preisentwicklung regelmäßig zu überprüfen. Sollten die Kosten im Nahverkehr weiter steigen, könnte eine erneute Erhöhung folgen.

Für die Fahrgäste heißt das: Wer das Deutschlandticket nutzen möchte, sollte die Entwicklung im Auge behalten. Bis zur offiziellen Bestätigung gilt weiterhin der bisherige Preis. Die Verkehrsunternehmen haben angekündigt, ihre Kunden rechtzeitig zu informieren.