Neue Saison: Diese Regeländerungen treffen Fußball-Profis
Neue Saison: Diese Regeländerungen treffen Fußball-Profis

Zum Start der neuen Saison treten im deutschen Profifußball zahlreiche Regeländerungen in Kraft. Sie betreffen unter anderem Einwürfe, Abstöße, Schmuck, Auswechslungen, Verletzungen, die Vorteilsauslegung und den Video-Assistenten. Einige Neuerungen waren bereits bei der WM zu sehen, doch Aufreger-Szenen wie um den Paraguayer Miguel Almirón dürfte es hierzulande nicht geben.

Countdown bei Einwürfen und Abstößen

Schon in der Vorsaison starteten Schiedsrichter einen Acht-Sekunden-Countdown, wenn der Torhüter den Ball zu lange in der Hand hielt. Diese Regel wird nun ausgeweitet: Der Unparteiische kann auch bei Einwürfen und Abstößen fünf Sekunden herunterzählen. Wenn das Spiel bei Ablauf des Countdowns nicht fortgesetzt wurde, geht der Ballbesitz ans gegnerische Team. Im Falle eines Einwurfs kann der Gegner einwerfen, beim Abstoß bekommt das gegnerische Team einen Eckstoß zugesprochen.

Schmuck und Accessoires erlaubt

Fußballer dürfen fortan Schmuck und Accessoires tragen. Sie müssen aber sicher abgedeckt sein und dürfen für keinen der Beteiligten ein Verletzungsrisiko darstellen. Ein Ehering darf also etwa am Finger bleiben. Unverändert empfiehlt der DFB weiterhin, möglichst ganz auf Schmuck zu verzichten.

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Zeitlimit bei Auswechslungen

Bei Auswechslungen muss es schnell gehen: Zehn Sekunden bleiben den Spielern, um nach der Anzeige des Wechsels das Feld zu verlassen. Überschreitet der Fußballer das Zeitlimit, muss sein Ersatz mindestens eine Minute bis zur nächsten Spielunterbrechung warten, bis er aufs Feld darf. Das Team spielt so lange in Unterzahl. Ziel dieser Regel ist es, die Unterbrechungszeiten zu reduzieren.

Zwangspause nach Verletzungsunterbrechung

Nicht nur bei Auswechslungen müssen Fußballer künftig mit einer Zwangspause rechnen. „Ein verletzter Spieler darf nicht auf dem Spielfeld behandelt werden und muss, wenn die Verletzung zu einer Spielunterbrechung oder einer Verzögerung der Spielfortsetzung führt, das Spielfeld verlassen und darf dieses erst eine Minute nach der Spielfortsetzung wieder betreten“, heißt es im Regelwerk. So soll Zeitspiel in Form von simulierten Verletzungen verhindert werden. Ausnahmen bestehen etwa, wenn sich Torhüter verletzen oder Spieler desselben Teams nach einem Zusammenprall behandelt werden müssen.

Vorteilsauslegung

Ab dieser Saison kann der Schiedsrichter nach einer fehlerhaften Spielfortsetzung auf Vorteil entscheiden. Beispiel: Rutscht einem Spieler bei einem Einwurf der Ball aus der Hand, wäre das normalerweise ein falscher Einwurf und der Ballbesitz würde an den Gegner gehen. Gelangt der Ball nach dem Missgeschick jedoch direkt zu einem gegnerischen Spieler und kann dieser daraus einen Vorteil ziehen, darf der Schiedsrichter weiterspielen lassen. Außerdem wird ein Spieler für das Vereiteln einer offensichtlichen Torchance künftig nicht mehr verwarnt, wenn zuvor auf Vorteil entschieden und ein Tor erzielt wurde.

Mehr Befugnisse für den VAR

Auch die Aufgaben des Video-Assistenten werden erweitert. Künftig darf er eingreifen, wenn ein Platzverweis nach einer eindeutig falschen zweiten Gelben Karte erfolgt. Zudem kann der VAR den Schiedsrichter korrigieren, wenn versehentlich der falsche Spieler verwarnt oder des Feldes verwiesen wurde. Dabei geht es ausschließlich um die Identität des Spielers – ob die Verwarnung an sich berechtigt war, wird nicht überprüft.

Das wird nicht übernommen

Spieler, die aus Protest den Platz verlassen, sehen dafür nicht automatisch Rot. Die FIFA hatte diese Regel nach dem Eklat im Afrika-Cup-Finale eingeführt, als das senegalesische Team geschlossen vom Feld gegangen war. Auch das Verdecken des Mundes mit der Hand oder dem Trikot wird künftig höchstens mit Gelb bestraft. Ecuadors Piero Hincapie oder der Paraguayer Almirón hatten bei der WM dafür noch glatt Rot gesehen. Außerdem werden falsche Eckballentscheidungen weiterhin nicht vom VAR überprüft. Trinkpausen sind nicht verpflichtend, sondern abhängig von den Bedingungen.

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