Der Bieterkampf um die italienische Großbank Monte dei Paschi geht in die nächste Runde. Nachdem die Banco BPM am Wochenende ein Fusionsangebot vorgelegt hatte, konterte nun die größte italienische Bank Intesa mit einem eigenen Übernahmeangebot. Intesa bietet rund 30 Milliarden Euro für die deutlich kleinere Banca Monte dei Paschi.
Banco BPM schlug Fusion unter Gleichen vor
Am Sonntag hatte die in Mailand ansässige Banco BPM Monte dei Paschi eine Fusion „unter Gleichgesinnten“ vorgeschlagen, durch die Italiens zweitgrößte Bankengruppe entstehen würde. Der Vorstand der Banco BPM habe einstimmig beschlossen, Monte dei Paschi ein Angebot zu unterbreiten, wie aus einer Erklärung hervorging. Darin bekundet die Bank ihr Interesse an der Aufnahme von Gesprächen über einen vereinbarten Zusammenschluss.
Monte dei Paschi: Vom Sanierungsfall zum Expansionskurs
Monte dei Paschi, eine der ältesten Banken der Welt, hat in den vergangenen Jahren mehrere Restrukturierungen durchlaufen. Nach einer langen Phase der Verluste kehrte das Institut wieder in die Gewinnzone zurück und schlug einen Expansionskurs ein. Erst im vergangenen Jahr übernahm die Bank die Konkurrentin Mediobanca. Nun liegen mit den Angeboten von Intesa und Banco BPM zwei Optionen auf dem Tisch.
Keine Stellungnahme von Monte dei Paschi
Monte dei Paschi selbst hat sich zu den beiden Angeboten bislang nicht geäußert. Analysten erwarten eine intensive Prüfung der Vorschläge. Die italienische Regierung, die noch Anteile an Monte dei Paschi hält, dürfte ein gewichtiges Wort mitreden. Die Konsolidierung im italienischen Bankensektor schreitet damit weiter voran.



