Seit den frühen Morgenstunden des 22. Juli 2026 durchsuchen Ermittler der Staatsanwaltschaft und der Steuerfahndung die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main. Wie „Business Insider“ und WELT berichten, stehen die Durchsuchungen im Zusammenhang mit Ermittlungen wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung bei sogenannten Cum-Cum-Geschäften.
Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf leitet die Razzia
Nach Informationen von BILD wird die Durchsuchung von der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf geleitet. Reporter von „Business Insider“ und WELT sind vor Ort und beobachteten, wie sich mehrere Personengruppen Zugang zum Gebäude verschafften. Bereits in der vergangenen Woche hatte die Staatsanwaltschaft eine Razzia in einer Filiale der Deutschen Bank an der Frankfurter Taunusanlage bestätigt, sich jedoch zu den genauen Hintergründen bedeckt gehalten.
Cum-Cum: Steuervermeidung oder Steuerhinterziehung?
Cum-Cum beschreibt eine Methode, bei der verschiedene Wirtschaftsakteure im In- und Ausland durch das Hin- und Herschieben von Aktien deutscher Unternehmen rund um den Dividendenstichtag versuchen, die Abgabenlast bei der Kapitalertragsteuer zu reduzieren. Anders als bei kriminellen Cum-Ex-Deals sind Cum-Cum-Geschäfte nicht per se illegal. Richter und Ermittler betrachten die Konstruktionen jedoch zunehmend mit Skepsis.
Bereits dritte Razzia in der Frankfurter Zentrale
In den Zwillingstürmen der Frankfurter Zentrale der Deutschen Bank arbeiten rund 3000 Menschen. Es ist nicht das erste Mal, dass die Gebäude durchsucht werden. Bereits im Januar 2026 gab es eine Razzia durch das Bundeskriminalamt (BKA) an den Standorten in Frankfurt und Berlin wegen des Verdachts auf verspätete Geldwäsche-Verdachtsmeldungen, unter anderem im Umfeld des russischen Oligarchen Roman Abramowitsch. Im Jahr 2022 durchsuchten Ermittler die Zentrale in Frankfurt ebenfalls wegen des Verdachts auf Geldwäsche.



