Die Europäische Kommission hat einen Vorschlag vorgelegt, der das Renteneintrittsalter in der EU künftig stärker an die Entwicklung der Lebenserwartung koppeln soll. Dies würde bedeuten, dass die Menschen in vielen Mitgliedstaaten länger arbeiten müssten, da die Lebenserwartung kontinuierlich steigt. Ein interaktiver Rechner des SPIEGEL zeigt, wie sich der Vorschlag auf verschiedene Jahrgänge auswirken könnte.
Details des Kommissionsvorschlags
Der Vorschlag sieht vor, dass die Rentenalter automatisch mit der durchschnittlichen Lebenserwartung der Bevölkerung steigen. Konkret soll das Renteneintrittsalter so angepasst werden, dass das Verhältnis von Rentenbezugsdauer zu Erwerbsdauer stabil bleibt. Hintergrund ist die demografische Alterung: Immer weniger Erwerbstätige müssen für immer mehr Rentner aufkommen. Die Kommission erhofft sich davon eine langfristige Sicherung der Rentensysteme.
Auswirkungen auf die Geburtsjahrgänge
Besonders betroffen wären jüngere Jahrgänge. Während die heute 50-Jährigen wohl noch mit geringen Anpassungen rechnen müssten, könnten Menschen, die nach 2000 geboren wurden, erst mit 70 oder später in Rente gehen. Der SPIEGEL-Rechner ermöglicht es, für jedes Geburtsjahr das voraussichtliche Renteneintrittsalter zu ermitteln. „Die Koppelung an die Lebenserwartung ist ein notwendiger Schritt, um die Rentenfinanzen zukunftsfest zu machen“, erklärte ein Sprecher der Kommission.
Kritik und Reaktionen
Gewerkschaften und Sozialverbände kritisieren den Vorschlag scharf. Sie befürchten, dass ältere Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt werden und viele krankheitsbedingt vorzeitig aus dem Berufsleben ausscheiden müssten. Die Kommission argumentiert hingegen, dass flexible Übergänge in den Ruhestand möglich bleiben sollen. Der Vorschlag ist Teil einer umfassenderen Reform der EU-Sozialpolitik, die bis 2027 umgesetzt werden soll.



