Warren Buffetts Depot-Umschichtung: Überraschender Einstieg bei der New York Times
Buffett steigt bei New York Times ein - Depot-Umschichtung

Legendärer Investor passt Portfolio an

Er galt jahrzehntelang als das Orakel von Omaha, dessen Investmententscheidungen weltweit Beachtung fanden. Warren Buffett, mit 95 Jahren einer der erfolgreichsten Investoren aller Zeiten, hat sich zwar aus der operativen Führung seiner Investmentholding Berkshire Hathaway zurückgezogen, bleibt aber weiterhin aktiv. Ende des Jahres 2025 nahm der Milliardär eine bedeutende Umschichtung seines legendären Depots vor, die einige überraschende Wendungen enthielt.

Überraschender Medien-Einstieg

Die größte Überraschung der jüngsten Portfolio-Anpassung war der Einstieg bei der traditionsreichen New York Times. Berkshire Hathaway erwarb rund fünf Millionen Aktien der Medienmarke im Wert von 351,7 Millionen US-Dollar. Diese Nachricht führte umgehend zu einer Kursreaktion: Die Aktie der Zeitung legte im nachbörslichen Handel um mehr als drei Prozent zu.

Besonders bemerkenswert ist dieser Schritt, weil sich Berkshire Hathaway erst vor sechs Jahren komplett aus dem Zeitungsgeschäft zurückgezogen hatte. Damals begründete Buffett diesen Rückzug mit dem strukturellen Niedergang der klassischen Zeitungsbranche. Die New York Times hat sich inzwischen jedoch erfolgreich zu einem Digitalunternehmen transformiert, das neben journalistischen Inhalten auch beliebte Spiele wie Wordle und die Sportplattform The Athletic betreibt. Mit über zwölf Millionen digitalen Abonnenten hat das Unternehmen seine Geschäftsmodelle erfolgreich diversifiziert.

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Weitere strategische Anpassungen

Neben dem Medieninvestment setzte Berkshire weiterhin stark auf das Ölgeschäft. Die Gesellschaft kaufte im vergangenen Quartal etwa acht Millionen Aktien des Ölkonzerns Chevron. Diese Investition dürfte sich bereits ausgezahlt haben, nachdem US-Präsident Donald Trump Pläne zur Wiederbelebung des venezolanischen Ölgeschäfts ankündigte, was zu deutlichen Kurssteigerungen führte.

Gleichzeitig reduzierte Berkshire seine Position bei Amazon deutlich. Die Investmentgesellschaft verkaufte im vierten Quartal knapp acht Millionen Aktien des Onlinehändlers und verkleinerte damit ihre Beteiligung um 77 Prozent. Die Amazon-Aktie steht seit Längerem unter Druck, da viele Investoren die Rentabilität der hohen Investitionen in künstliche Intelligenz bezweifeln. Seit ihrem Rekordhoch im November des Vorjahres hat die Aktie mehr als 20 Prozent an Wert verloren.

Reduzierung der Kernpositionen

Auch die beiden größten Positionen im Berkshire-Depot wurden weiter angepasst. Die Beteiligungen an Apple und der Bank of America wurden im vierten Quartal erneut leicht gestutzt. Diese beiden Unternehmen bildeten lange Zeit das Fundament von Buffetts Investmentstrategie, doch der Investor scheint nun eine breitere Diversifikation anzustreben.

Buffetts Investmententscheidungen werden seit Jahrzehnten als Qualitätsmerkmal an den Finanzmärkten wahrgenommen. Sein überraschender Wiedereinstieg in das Mediensegment durch die New-York-Times-Beteiligung zeigt, dass der legendäre Investor trotz seines Rückzugs aus der operativen Führung weiterhin aktiv Marktchancen identifiziert und unkonventionelle Wege geht.

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