Börsen im Sturzflug: Dax bricht nach Nahost-Eskalation um über 700 Punkte ein
Dax bricht nach Nahost-Eskalation um über 700 Punkte ein

Börsen im Sturzflug: Dax bricht nach Nahost-Eskalation um über 700 Punkte ein

Die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten hat die internationalen Finanzmärkte in einen regelrechten Sturzflug geschickt. Nach den jüngsten Angriffen der USA und Israels auf den Iran sowie den Gegenangriffen Teherans reagieren Anleger weltweit mit panikartigen Verkäufen. Die Sorge vor einem neuen Energie- und Inflationsschock lässt die Kurse in den Keller rauschen.

Historischer Einbruch am deutschen Aktienmarkt

Am deutschen Aktienmarkt zeichnet sich ein dramatisches Bild: Der DAX verliert in den frühen Morgenstunden über 700 Punkte, was einem Minus von mehr als drei Prozent entspricht. Damit rutscht der deutsche Leitindex erstmals seit Monaten unter die psychologisch wichtige Marke von 24.000 Punkten. Die Nervosität der Anleger ist mit Händen zu greifen, als sie massenhaft aus risikobehafteten Positionen flüchten.

Doch der Einbruch beschränkt sich nicht auf Europa. Bereits zuvor hatten die asiatischen Märkte deutliche Verluste verzeichnet. In Tokio gab der Nikkei-Index zwei Prozent nach, während der breitere MSCI-Index für Asien außerhalb Japans um 1,5 Prozent einbrach. Besonders hart traf es Südkorea, wo die Kurse zeitweise um mehr als vier Prozent abstürzten.

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Energiemärkte unter extremem Druck

Parallel zu den Börsenturbulenzen explodieren die Energiepreise. Der europäische Gaspreis ist seit vergangenem Freitag um rund 70 Prozent nach oben geschossen – ein Tempo, das schlimme Erinnerungen an die Energiekrise des Jahres 2022 wachruft. Zwischenzeitlich legte der Preis an nur einem Tag um mehr als ein Drittel zu.

„Dieser Anstieg, ausgelöst durch knappe Lager und den LNG-Stopp Katars, weckt böse Erinnerungen an die Preissteigerungen des Jahres 2022“, kommentiert Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, die besorgniserregende Entwicklung. Zwar schlagen diese Börsenpreise nicht unmittelbar auf die Verbraucherrechnungen durch, doch sie bilden die Grundlage für viele Lieferverträge. Ein dauerhaft hohes Niveau würde daher zeitversetzt auch bei Haushalten und Unternehmen ankommen.

Ölpreise ziehen kräftig an

Auch der Ölmarkt zeigt sich äußerst volatil. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich am Dienstagmorgen um drei Prozent auf 80,09 US-Dollar je Barrel. Bereits am Montag war der Preis zum Handelsschluss auf 77,74 Dollar gestiegen, was einem Plus von sieben Prozent entspricht. Das US-Öl WTI legte im frühen Handel um etwas mehr als zwei Prozent auf knapp 73 Dollar zu. Steigende Rohölpreise schlagen erfahrungsgemäß rasch auf Sprit- und Heizölpreise in Deutschland durch.

Neue Inflationsängste in Europa

Ökonomen schlagen angesichts der Entwicklungen Alarm. Vor der jüngsten Eskalation lag der Preis für ein Barrel Brent im Durchschnitt noch bei rund 65 Dollar. Sollte der Konflikt länger andauern oder die strategisch wichtige Ölroute durch die Straße von Hormus blockiert werden, halten Experten sogar Preise von mehr als 100 Dollar für möglich.

Die wirtschaftlichen Konsequenzen wären gravierend:

  • Ein dauerhaftes Plus von 10 Dollar je Barrel könnte die Inflation im Euroraum um 0,4 Prozentpunkte nach oben treiben.
  • Gleichzeitig würde das Wirtschaftswachstum um etwa 0,15 Punkte gebremst.

Die Gleichung ist einfach und beunruhigend zugleich: Alles wird teurer, während die Wirtschaft gleichzeitig langsamer wächst. Während ein kurzer militärischer Schlagabtausch wahrscheinlich noch verkraftbar wäre, droht Europa bei einem sich hinziehenden Konflikt der nächste massive Energieschock. Die Unsicherheit an den Märkten spiegelt diese fundamentale Sorge wider.

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