Deutsche Börse vor Rekordübernahme: Allfunds-Deal rückt näher
Deutsche Börse vor Rekordübernahme von Allfunds

Deutsche Börse vor historischem Zukauf: Allfunds-Übernahme nimmt konkrete Formen an

Der Frankfurter Dax-Konzern Deutsche Börse steht kurz vor der größten Akquisition in seiner Unternehmensgeschichte. Die geplante Übernahme der spanisch-britischen Fondsplattform Allfunds hat eine entscheidende Hürde genommen: Die Aktionäre des Zielunternehmens haben der Offerte im Wert von rund 5,3 Milliarden Euro mit einer Zustimmungsquote von nahezu 100 Prozent zugestimmt. Für den erfolgreichen Abschluss des gerichtlichen Verfahrens war eine Mehrheit von 75 Prozent erforderlich.

Strategische Expansion im Fondsgeschäft

Mit Allfunds übernimmt die Deutsche Börse eine Plattform, die Ende 2025 ein verwaltetes Vermögen von etwa 1,7 Billionen Euro vorweisen konnte. Das Unternehmen bietet Fondsmanagern und Vertrieben umfassende Systeme für den Handel und die Ausführung von Transaktionen. Darüber hinaus stehen Instrumente für die Datenanalyse sowie Compliance-Dienstleistungen zur Verfügung. Bereits im Januar hatten sich die beiden Großaktionäre – der Finanzinvestor Hellman & Friedman und die französische Bank BNP Paribas – bereiterklärt, ihre Anteile an die Deutsche Börse zu veräußern.

Hohe Hürden und regulatorische Prüfungen

Trotz des positiven Votums der Aktionäre stehen dem Deal noch erhebliche Herausforderungen bevor. Insbesondere die Genehmigungen der Wettbewerbsbehörden bei der Europäischen Union müssen eingeholt werden. Aufgrund dieser regulatorischen Prüfungen wird der Vollzug der Übernahme erst für das Jahr 2027 erwartet. Börsenchef Stephan Leithner verfolgt mit dieser Akquisition das ambitionierte Ziel, das Fondsgeschäft des Konzerns signifikant zu erweitern und einen „europäischen Investmentfonds-Champion“ zu etablieren.

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Historische Dimension und strategische Ausrichtung

Der geplante Kauf von Allfunds würde die bisher größte Übernahme in der Geschichte der Deutschen Börse darstellen und den Erwerb des dänischen Softwareanbieters Simcorp für 3,9 Milliarden Euro im Jahr 2023 übertreffen. Seit Jahren verfolgt der größte deutsche Börsenbetreiber eine Strategie der gezielten Zukäufe, um sich unabhängiger von volatilen Börsenschwankungen zu machen. Erst Mitte Februar kündigte das Unternehmen an, den Daten- und Indexanbieter ISS Stoxx für 1,1 Milliarden Euro vollständig zu übernehmen. Diese kontinuierliche Expansion unterstreicht den Anspruch, im globalen Finanzmarkt eine führende Position einzunehmen und das Dienstleistungsportfolio nachhaltig zu diversifizieren.

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