Iran-Krieg: Börsen zittern vor Öl- und Rezessionsschock
Die Börsen starten in die neue Woche im Schatten des eskalierenden Iran-Krieges – die Unsicherheit ist groß und die Nerven liegen blank. Im Fokus der internationalen Finanzmärkte steht die strategisch bedeutsame Straße von Hormus, eine schmale Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman, die als eine der wichtigsten Handelsrouten für den globalen Öltransport gilt. Über diese kritische Passage werden bis zu rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Rohöls transportiert! Bisher hat Teheran keine formale, völkerrechtlich eindeutige Erklärung zur vollständigen Sperrung dieser Wasserstraße abgegeben. Allerdings berichten sowohl iranische Staatsmedien als auch die Revolutionsgarden, dass der Schiffs- und Tankerverkehr in der Region eingestellt wurde.
Ölpreis reagiert sofort mit deutlichen Sprüngen
Am heutigen Sonntagmorgen, dem 1. März 2026, notiert die Nordseesorte Brent bei rund 72 bis 73 US-Dollar pro Barrel. Experten halten kurzfristig einen Anstieg auf 80 bis 85 Dollar für durchaus möglich. Sollte iranisches Öl ausfallen, während die Straße von Hormus offen bleibt, könnte Brent sogar in eine Spanne von 90 bis 100 US-Dollar pro Barrel steigen. Bei einer länger andauernden Blockade reichen die pessimistischen Szenarien bis zu 120 oder gar 150 Dollar – was die Rezessionsgefahr erheblich erhöhen würde.
„Es herrscht eine enorme Unsicherheit, die Angst treibt die Preise heute in die Höhe“, erklärte Tamas Varga, Ölanalyst beim Brokerhaus PVM. Anleger fürchten zunehmend, dass ein weiterer militärischer Konflikt die Ölversorgung aus dem Nahen Osten durch die Straße von Hormus nachhaltig unterbrechen könnte. Die Produzentengruppe OPEC+ wird Insidern zufolge auf ihrer heutigen Sitzung ab 15 Uhr MEZ eine Erhöhung der Ölproduktion um 137.000 Barrel pro Tag für den Monat April in Erwägung ziehen. Diese Menge ist im Verhältnis zur weltweiten Nachfrage von rund 100 Millionen Barrel pro Tag zwar gering, gilt aber als wichtiges Signal an die nervösen Märkte.
DAX vor holpriger Woche, Bitcoin erleidet bereits deutliche Verluste
Für die internationalen Börsen bedeutet dies: erhöhte Schwankungen, und Aktien geraten zunehmend unter Druck. Das nahe Allzeithoch könnte für den deutschen Leitindex Dax in der neuen Woche nur schwer zu halten sein. Am vergangenen Freitag lag der Dax zeitweise nur noch rund 100 Punkte unter seinem Allzeithoch von 25.507,79 Punkten. Doch die aktuellen Zeichen deuten klar auf einen möglichen Abstieg hin. Steigende Energiepreise aufgrund des Krieges belasten sowohl Verbraucher als auch Unternehmen in erheblichem Maße. Energieintensive Branchen wie die Chemie- und Industrieunternehmen, aber auch Autohersteller, Airlines und Logistikfirmen gelten als besonders anfällig. Öl- und Gasproduzenten sowie Gold rücken dagegen stärker in den Fokus der Investoren.
Nach den jüngsten Angriffen im Nahen Osten geriet bereits die Digitalwährung Bitcoin unter erheblichen Druck: Die Kryptowährung fiel in kurzer Zeit um rund drei bis sechs Prozent und rutschte von etwa 65.500 auf etwa 63.000 US-Dollar. Auch andere Coins brachen deutlich ein. Der Grund dafür ist klar: Ein möglicher oder tatsächlicher Öl- beziehungsweise Hormus-Schock erhöht die Inflations- und Rezessionsgefahr, was die Erwartung „bald sinkende Zinsen, viel Liquidität“ deutlich schwächt. Genau dieses Umfeld, in dem Bitcoin normalerweise profitiert, scheint sich nun zu verändern.



