Ölpreis-Explosion durch Iran-Krieg löst weltweite Börsenpanik aus
Ölpreis-Explosion durch Iran-Krieg löst Börsenpanik aus

Weltweite Finanzmärkte im Schockzustand: Iran-Konflikt treibt Ölpreise auf Rekordhoch

Die sich zuspitzende militärische Auseinandersetzung im Nahen Osten hat zu einer dramatischen Explosion der Ölpreise geführt, die bereits an den Tankstellen spürbar ist und weltweit die Finanzmärkte erschüttert.

Historischer Preisanstieg bei Rohöl

In der Nacht auf Montag schnellte der Preis für ein Fass der international bedeutenden Nordsee-Ölsorte Brent um bis zu 29 Prozent in die Höhe und erreichte zeitweise fast 120 US-Dollar. Am Morgen stabilisierte er sich bei etwas über 115 Dollar, was immer noch einem Plus von 24 Prozent entspricht. Damit hat Brent-Öl den höchsten Stand seit dem Sommer 2022 erreicht.

Seit Beginn des Iran-Krieges vor etwas mehr als einer Woche summiert sich der Preisanstieg bei Brent bereits auf fast 60 Prozent. Noch extremer fiel die Entwicklung bei der amerikanischen Ölsorte WTI aus: Sie verteuerte sich in der Nacht auf Montag um bis zu 21 Prozent auf knapp 120 Dollar und hat seit dem Angriff Israels und der USA auf den Iran insgesamt um fast 70 Prozent zugelegt.

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Asiatische Börsen brechen massiv ein

Die rasant steigenden Ölpreise lösten am Montagmorgen einen regelrechten Börsencrash in Ostasien aus. In Tokio stürzte der Nikkei-Index, der die 225 führenden japanischen Werte abbildet, im frühen Handel zeitweise um 7 Prozent ab und fiel unter die psychologisch wichtige Marke von 52.000 Punkten. Auch die südkoreanische Börse verzeichnete erhebliche Verluste.

Hauptgrund für die Panik an den Märkten ist die anhaltende Angst vor einer längeren Sperrung der strategisch wichtigen Straße von Hormus. Seit Kriegsbeginn passieren kaum noch Schiffe diese Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman, durch die in Friedenszeiten täglich etwa ein Fünftel des weltweiten Ölhandels transportiert wird.

Internationale Reaktionen und politische Statements

Laut einem Bericht der Financial Times wollen die Finanzminister der G7-Staaten nun über eine koordinierte Freigabe der strategischen Ölreserven diskutieren. Drei Mitgliedsländer – darunter die USA – haben bereits ihre Unterstützung für eine solche Maßnahme signalisiert. Die Internationale Energieagentur soll die Aktion koordinieren. Noch am Montag soll eine Telefonkonferenz zu den Auswirkungen des Iran-Krieges auf die globale Energieversorgung stattfinden.

US-Präsident Donald Trump versuchte unterdessen, die angespannte Lage zu beruhigen. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb der 79-Jährige: „Die kurzzeitigen Ölpreise, die nach der Beseitigung der nuklearen Bedrohung durch den Iran rapide sinken werden, sind ein sehr geringer Preis für die Sicherheit und den Frieden der USA und der Welt.“ In Großbuchstaben fügte er hinzu: „NUR IDIOTEN WÜRDEN DAS ANDERS SEHEN!“

Für Trump könnten die steigenden Spritpreise mit Blick auf die Zwischenwahlen im Herbst und die Lebenshaltungskosten seiner Wählerschaft zu einem ernsthaften politischen Problem werden.

Ausblick und mögliche Folgen

Die aktuelle Entwicklung zeigt, wie fragil die globale Energieversorgung in Krisenzeiten ist. Experten befürchten, dass eine anhaltende Sperrung der Straße von Hormus zu weiteren Preissteigerungen und Versorgungsengpässen führen könnte. Die internationalen Bemühungen um eine Stabilisierung der Märkte durch strategische Reserven könnten kurzfristig Linderung bringen, langfristig bleibt die Abhängigkeit von der politischen Stabilität im Nahen Osten jedoch ein zentrales Risiko für die Weltwirtschaft.

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