Dax startet mit deutlichen Verlusten – Ölpreis-Schock belastet Börsen
Der deutsche Leitindex Dax steht weiterhin unter erheblichem Druck. Zum Handelsbeginn notierte der Index bei 24.101 Punkten, was einem Rückgang von etwa 115 Punkten gegenüber dem Xetra-Schlusskurs vom Mittwoch entspricht. Im Wochenvergleich fällt der Rückschlag noch deutlicher aus: Am vergangenen Freitag, noch vor der Eskalation im Iran-Krieg, hatte der Dax bei 25.284 Punkten geschlossen. Seitdem hat der Index rund 1.180 Punkte oder knapp 4,7 Prozent seines Wertes eingebüßt. Die kurze Erholung zur Wochenmitte ist damit bereits wieder Geschichte.
Iran-Krieg und blockierte Straße von Hormus treiben Ölpreise
Als Hauptauslöser für die Börsenturbulenzen gilt weiterhin der Iran-Krieg und der damit verbundene Anstieg der Ölpreise. Da die strategisch wichtige Straße von Hormus blockiert ist, ziehen die Notierungen kontinuierlich an. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Morgen rund 84 Dollar, was einer Steigerung von 1,72 Prozent gegenüber dem Vortag entspricht. Händler befürchten, dass bei anhaltender angespannter Lage Energie weltweit knapper und deutlich teurer werden könnte.
IW-Studie warnt vor Milliardenverlusten für deutsche Wirtschaft
Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat die potenziellen Folgen für Deutschland berechnet. Demnach könnte die Wirtschaftsleistung schrumpfen, wenn der Ölpreis weiter steigt. Bei einem Anstieg auf 100 Dollar pro Barrel würde das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2026 um 0,3 Prozent und 2027 um 0,6 Prozent sinken. Dies entspricht einem Verlust von rund 40 Milliarden Euro an Wirtschaftsleistung innerhalb von zwei Jahren. Sollte der Ölpreis sogar auf 150 Dollar klettern, summiert sich der Verlust laut IW auf über 80 Milliarden Euro.
Höhere Energiepreise belasten Industrie und Verbraucher
Für den Dax ist diese Entwicklung Gift. Höhere Energiepreise verteuern Produktion und Transport, insbesondere in Schlüsselbranchen wie Industrie, Chemie, Logistik und bei Fluggesellschaften – also bei vielen Schwergewichten im Börsenindex. Gleichzeitig wächst die Sorge vor einer neuen Inflation. Wenn Benzin, Heizöl und Waren teurer werden, steigen insgesamt die Preise. Dies könnte dazu führen, dass Notenbanken geplante Zinssenkungen verschieben. Hohe Zinsen würden Kredite für Unternehmen und Verbraucher teuer halten und Investitionen bremsen. Genau diese Kombination macht Anleger derzeit besonders vorsichtig.
Spürbare Auswirkungen für Verbraucher und Alltagsprodukte
Auch für Verbraucher könnte die Entwicklung schnell spürbar werden. Steigende Ölpreise verteuern nicht nur Sprit und Heizöl, sondern schlagen über höhere Transport- und Produktionskosten auf viele Alltagsprodukte durch. Je länger der Konflikt im Iran anhält, desto größer wird das Risiko für die Wirtschaft, die Preisentwicklung – und letztlich auch für den Dax. Die Unsicherheit an den Märkten bleibt hoch, während Experten die weitere Entwicklung mit Besorgnis beobachten.



