Verdächtige Wetten: Sechs Anonyme kassieren 1,2 Millionen Dollar nach Iran-Angriff
New York, 02.03.2026 – War es reiner Zufall oder gezieltes Insider-Wissen? Diese Frage stellen sich Experten nach den spektakulären Gewinnen auf der Prognose-Plattform „Polymarket“. Sechs Teilnehmer der Plattform machten beim koordinierten Luftangriff der USA und Israels gegen den Iran satte Profite. Laut einer Analyse der Firma „Bubblemaps“ strichen diese Nutzer mit präzisen Wetten auf den Angriffszeitpunkt 28. Februar insgesamt 1,2 Millionen Dollar ein.
Frische Konten und perfektes Timing
Besonders auffällig ist das Timing der Wetten: Die meisten der sechs Gewinner-Konten wurden erst 24 Stunden vor den ersten Luftschlägen erstellt. Der Spitzenreiter erzielte mit einem Einsatz von nur 60.816 Dollar einen beeindruckenden Gewinn von 494.375 Dollar. Nutzer „Planktonbets“ kassierte 173.907 Dollar, während „Dicedicedice“ mit einer Einzelwette 119.964 Dollar abräumte – ein Plus von satten 400 Prozent.
Einen ähnlich hohen Sprung schaffte der Nutzer „Neodbs“. Ein weiterer Teilnehmer gewann 66.436 Dollar. Nicolas Vaiman, CEO von „Bubblemaps“, erklärte gegenüber „The Block“, dass man Insider-Wissen zwar nicht beweisen könne, doch die Kombination aus Einsatzhöhe, perfektem Timing und den frischen Konten „überzeugend genug“ für einen ausführlichen Bericht sei.
Konten sofort geleert
Alle sechs Gewinner leerten ihre Konten unmittelbar nach dem Kassieren der Gewinne – ein klares Indiz für einen gezielten Ausstieg. „Ein Wallet erst einen Tag vor der Wette aufzufüllen und dann sofort abzuräumen, ist höchst verdächtig“, so das Urteil von Marktbeobachtern.
Frühere Verdachtsfälle und politische Reaktionen
Dies ist nicht der erste Fall, bei dem Wettgewinne Verdacht erregen. Bereits bei der Verhaftung von Nicolás Maduro in Venezuela setzte ein Einsteiger 32.000 Dollar auf den Zugriff und gewann 400.000 Dollar. Im US-Kongress werden nun Forderungen laut, Regierungsmitglieder von solchen Wettportalen zu verbannen.
Senator Chris Murphy bezeichnete die Vorgänge als „völlig irre“. In Israel wurde im Vorjahr bereits ein Soldat angeklagt, der mit Wetten auf Angriffe der israelischen Streitkräfte (IDF) Profit geschlagen hatte.
Massive Verluste auf der anderen Seite
Während die sechs Profiteure bei „Polymarket“ abräumten, gab es auch massive Verlierer. Trader „anoin123“, der zuvor Millionen gegen einen Krieg gesetzt hatte, verlor an einem einzigen Tag 6,5 Millionen Dollar. Dies zeigt die extremen Risiken solcher Spekulationen auf politische Ereignisse.
Rechtliche Grauzonen und alternative Wetten
Auf der Plattform „Kalshi“ wurde indirekt auf das Ende des iranischen Obersten Führers Ali Chamenei gewettet. Da es offiziell illegal ist, auf den Tod anderer zu wetten, wurde die Formulierung „Sturz“ gewählt, um diese Regel zu umgehen. Solche rechtlichen Grauzonen machen die Regulierung dieser Märkte besonders schwierig.
Die aktuellen Vorfälle werfen grundlegende Fragen zur Integrität von Prognosemärkten und zur Möglichkeit von Insiderhandel bei politischen Ereignissen auf. Während die Plattformen selbst betonen, dass sie alle Transaktionen überwachen, bleibt die Herkunft des scheinbar vorausschauenden Wissens der sechs Gewinner ungeklärt.



