Millionschwere Notbetriebskosten in Leuna: Sachsen-Anhalt hofft auf Investor für Domo Chemicals
Notbetrieb in Leuna kostet Millionen - Investor gesucht

Millionschwere Notbetriebskosten in Leuna: Sachsen-Anhalt hofft auf Investor für Domo Chemicals

Die Chemieindustrie in Sachsen-Anhalt steht vor einer entscheidenden Weichenstellung. Für den Notbetrieb bei Domo Chemicals in Leuna zahlt das Bundesland inzwischen einen zweistelligen Millionenbetrag. Die Zukunft des Standorts hängt nun von der Suche nach einem Investor ab, die bis Anfang April abgeschlossen sein soll.

Land hält Betrieb aus Sicherheitsgründen aufrecht

Nachdem Domo Chemicals Ende des vergangenen Jahres für seine drei deutschen Tochterfirmen in Sachsen-Anhalt und Brandenburg Insolvenz angemeldet hatte, schaltete sich das Land Sachsen-Anhalt unverzüglich ein. Aus Sicherheitsgründen dürfen die Anlagen in Leuna noch nicht vollständig heruntergefahren werden, weshalb der Betrieb vorerst weiterläuft.

Finanz- und Wirtschaftsminister Michael Richter (CDU) äußerte sich vorsichtig optimistisch: „Ich hoffe, dass man jemanden findet, aber das hängt von vielen Themen ab.“ Insolvenzverwalter Lucas Flöther arbeitet intensiv daran, bis April einen Investor für die deutschen Standorte von Domo Chemicals zu finden. Zuletzt gab es mehrere Interessenten, die sich für die Anlagen interessierten.

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Zweistelliger Millionenbetrag für Notbetrieb

Die Kosten für den Notbetrieb belasten den Landeshaushalt erheblich. Bisher hat Sachsen-Anhalt bereits einen zweistelligen Millionenbetrag aufgewendet, um die Anlagen in Leuna am Laufen zu halten. Gleichzeitig bereitet sich die Landesregierung aber auch auf ein mögliches Scheitern der Investorensuche vor.

Minister Richter erklärte deutlich: „Wenn kein Investor gefunden werde, werde man Anfang April die Anlagen herunterfahren.“ Diese Entscheidung würde nicht nur das Ende von Domo Chemicals in Leuna bedeuten, sondern auch erhebliche Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft haben.

Weitere Herausforderungen in der Chemieindustrie

Parallel zur Situation in Leuna stehen weitere chemische Standorte in der Region vor Veränderungen. Dow Chemical hatte bereits vor einigen Monaten angekündigt, Teile seiner Anlagen in Schkopau (Sachsen-Anhalt) und Böhlen (Sachsen) Ende 2027 schließen zu wollen.

Besonders kritisch wird die geplante Schließung des sogenannten Steamcrackers in Böhlen gesehen. Diese zentrale Anlage stellt aus Rohbenzin chemische Grundstoffe her und steht am Anfang der chemischen Wertschöpfungskette. Eine Abschaltung könnte viele angeschlossene Unternehmen in der gesamten Region betreffen.

Wirtschaftsstaatssekretärin Stefanie Pötzsch betonte, dass es mit Dow Chemical weiterhin Gespräche gibt. „Dow sei an der Lösungsfindung beteiligt“, so Pötzsch. Die Landesregierung versucht damit, die negativen Auswirkungen auf die chemische Industrie in Mitteldeutschland zu begrenzen.

Entscheidung im April erwartet

Die kommenden Wochen werden für die Chemieindustrie in Sachsen-Anhalt entscheidend sein. Bis Anfang April muss sich zeigen, ob für Domo Chemicals in Leuna ein Investor gefunden werden kann. Sollte dies nicht gelingen, würden nicht nur die Millioneninvestitionen in den Notbetrieb verloren sein, sondern auch zahlreiche Arbeitsplätze und die regionale Wirtschaftsstruktur gefährdet.

Die Landesregierung steht damit vor der schwierigen Aufgabe, einerseits die Sicherheit der Anlagen zu gewährleisten und andererseits die wirtschaftlichen Folgen einer möglichen Schließung zu minimieren. Die Entscheidung im April wird zeigen, welchen Weg die Chemieindustrie in Leuna und der gesamten Region einschlagen wird.

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