Chemiekonzern Wacker streicht 1.500 Stellen – Deutsche Werke besonders betroffen
Wacker streicht 1.500 Jobs – Deutsche Werke im Fokus

Chemiekonzern Wacker streicht 1.500 Stellen – Deutsche Werke besonders betroffen

Der Chemiekonzern Wacker steht vor massiven Herausforderungen. Nachdem das Unternehmen im Jahr 2025 einen Verlust von 805 Millionen Euro verzeichnete, kündigt der Vorstand nun drastische Maßnahmen an. Insgesamt sollen 1.500 Arbeitsplätze abgebaut werden, wobei der Großteil der Stellenstreichungen in Deutschland erfolgen wird. Diese Entscheidung fällt in einer Zeit, in der die chemische Industrie unter enormem Druck steht.

Deutsche Werke schreiben tiefrote Zahlen

Besonders alarmierend ist die Situation an den deutschen Standorten. Das Stammwerk in Burghausen in Oberbayern sowie weitere Produktionsstätten in Deutschland verzeichnen laut Finanzvorstand Tobias Ohler erhebliche Verluste. Vorstandschef Christian Hartel betonte bei der Präsentation der Zahlen in München: „Die chemische Industrie ist 2025 unter enormen Druck geraten.“ Selbst der profitable Chipbereich, in dem Wacker hochreines Polysilizium für Computerchips produziert, konnte die Verluste in anderen Sparten nicht ausgleichen.

Hohe Energiepreise und chinesische Konkurrenz belasten

Die Gründe für die schwierige Lage sind vielfältig. Deutschlands hohe Energiepreise stellen eine massive Belastung für den Chemiekonzern dar. Zudem hat China riesige Überkapazitäten in der chemischen Industrie aufgebaut, was zu einem erheblichen Druck auf die Weltmarktpreise führt. Tobias Ohler gab zu bedenken: „Es ist noch nicht klar, ob wir eine schwarze Null schaffen.“ Für das Jahr 2026 peilt Wacker ein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von 550 bis 700 Millionen Euro an.

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Keine Trendwende in Sicht

Der Ausblick für die Branche bleibt trüb. Christian Hartel erklärte: „Wir sehen momentan keine Trendwende“ – eine Aussage, die nicht nur für Wacker, sondern für die gesamte Chemieindustrie gilt. Der Vorstand setzt nun auf ein umfangreiches Sparprogramm, um gegen die Verluste anzugehen. Derzeit laufen Verhandlungen mit dem Betriebsrat über den geplanten Stellenabbau. Hartel appellierte an die Arbeitnehmervertreter, schnell zu einer Einigung zu kommen: „Je länger wir warten, desto umfangreicher werden die Einschnitte.“

Folgen für Aktionäre und Belegschaft

Die Konsequenzen der schlechten Zahlen sind weitreichend:

  • Für das Jahr 2026 wird keine Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet.
  • Weltweit sind 1.500 Stellen von dem Abbau betroffen, wobei Deutschland den Schwerpunkt bildet.
  • Ende 2025 beschäftigte Wacker noch rund 16.000 Mitarbeiter weltweit.
Die chemische Industrie steht vor einer Bewährungsprobe, und die Entwicklungen bei Wacker könnten ein Indikator für die gesamte Branche sein.

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