Atommülllager Asse: Räumung auf unbestimmte Zeit verschoben – Planung gescheitert
Die empfohlene Räumung des maroden Atommülllagers Asse in Niedersachsen ist vorerst gescheitert. Der geplante Start der Rückholung radioaktiver Abfälle ab dem Jahr 2033 ist geplatzt, wie die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) mitteilte. Es bestehen derzeit zu viele Unsicherheiten, um einen neuen Beginn seriös benennen zu können.
Unsicherheiten verhindern konkrete Planung
Dagmar Dehmer, Sprecherin der BGE, erklärte: „Derzeit bestehen noch so viele Unsicherheiten im Gesamtsystem, sodass seriös kein neuer Rückholbeginn genannt werden kann.“ Über den geplatzten Starttermin hatte zuvor die „Braunschweiger Zeitung“ berichtet. Seit Wochen kursieren bereits Meldungen, dass es keinen Zeitplan mehr für die Rückholung gebe.
Umplanungen im Ablauf seien ein wesentlicher Grund dafür, dass aktuell kein Gesamtplan vorgelegt werden könne, so Dehmer weiter. Die BGE will im April Informationen zum Planungsstand geben. Das Vorhaben von 2020 sei ein Konzept gewesen, das „an vielen Stellen nicht planungsuntersetzt“ gewesen sei. Die damaligen groben Zeitabschätzungen hätten sich als überholt und teilweise deutlich zu niedrig angesetzt erwiesen.
Hintergrund und Kritik an der Verzögerung
In der Schachtanlage im Landkreis Wolfenbüttel liegen in 13 Kammern rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen, die in den Sechziger- und Siebzigerjahren dort eingelagert wurden. Da die Asse als instabil gilt, sollen die Fässer zurückgeholt werden. Es gibt den gesetzlichen Auftrag, die Asse unverzüglich stillzulegen, wofür die BGE zuständig ist.
Die BGE hatte 2020 einen Plan vorgelegt, nach dem 2033 mit der Rückholung begonnen werden sollte. Die Kosten nur bis zum Start kalkulierte die BGE schon damals mit mehr als drei Milliarden Euro. Kritik an der aktuellen Verzögerung kam von Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne): „Ich bin empört, dass die vom Bundestag beschlossene Räumung der Asse auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben werden soll, aber stattdessen die Flutung des Bergwerks vorbereitet wird.“ Er erwarte von der Bundesregierung, dass sie dafür sorge, dass sich die BGE an das Asse-Gesetz halte und die Räumung des Atommülls aus dem „absaufenden Bergwerk“ endlich angehe.
Die Unsicherheiten und planerischen Schwierigkeiten unterstreichen die komplexen Herausforderungen bei der Bewältigung des atomaren Erbes. Die Räumung der Asse bleibt eine dringende, aber weiterhin ungelöste Aufgabe, die Generationen beschäftigen wird.



