Donauausbau: Hochwasser- und Niedrigwasserschutz in Bayern
Donauausbau: Schutz vor Hoch- und Niedrigwasser

Der Ausbau der Donau zwischen Straubing und Vilshofen in Niederbayern soll künftig nicht nur die Schifffahrt verbessern, sondern auch bei Hoch- und Niedrigwasser helfen. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) verwies bei einem Ortstermin in Straubing auf die Doppelfunktion des Projekts: „Der Donauausbau ist ein wichtiger Baustein für den Hochwasserschutz und gleichzeitig für die Zuverlässigkeit der Schifffahrt.“

Projekt im Überblick

Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes plant, die Donau auf einer Länge von rund 70 Kilometern zwischen Straubing und Vilshofen auszubauen. Kernstück ist die Errichtung einer zweiten Schleuse am Kraftwerk Straubing sowie die Vertiefung der Fahrrinne. Dadurch soll die Donau auch bei Niedrigwasser ganzjährig für die Frachtschifffahrt befahrbar bleiben. Gleichzeitig sollen die Maßnahmen den Hochwasserschutz für die Anliegerkommunen verbessern.

Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums beträgt die geplante Investition rund 1,2 Milliarden Euro. Das Projekt ist Teil des vordringlichen Bedarfs im Bundesverkehrswegeplan 2030. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2035 vorgesehen.

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Hochwasserschutz als zentraler Aspekt

Bernreiter betonte, dass der Hochwasserschutz ein zentraler Aspekt des Ausbaus sei. „Gerade die jüngsten Hochwasserereignisse an Donau und Regen haben gezeigt, wie wichtig ein wirksamer Schutz für die Menschen in der Region ist“, sagte er. Die geplanten Deichrückverlegungen und Flutmulden sollen bei Hochwasser zusätzlichen Raum für das Wasser schaffen und so die Abflussgeschwindigkeit reduzieren.

Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung rechnet damit, dass durch die Maßnahmen der Hochwasserschutz für rund 40.000 Einwohner in den Landkreisen Straubing-Bogen, Deggendorf und Passau verbessert wird. Zudem sollen landwirtschaftliche Flächen in einem Umfang von etwa 5.000 Hektar besser geschützt werden.

Kritik von Umweltverbänden

Umweltverbände wie der Bund Naturschutz kritisieren das Projekt jedoch seit Jahren. Sie befürchten negative Auswirkungen auf die Ökologie der Donau, insbesondere auf die Auenlandschaft und den Fischbestand. Die Verbände fordern stattdessen eine naturnahe Lösung mit weniger Eingriffen in den Flusslauf.

Bernreiter wies diese Kritik zurück: „Wir haben die Umweltbelange in der Planung berücksichtigt und setzen auf einen Ausgleich durch umfangreiche ökologische Maßnahmen.“ Dazu gehörten die Schaffung neuer Auenflächen und die Renaturierung von Nebenarmen.

Wirtschaftliche Bedeutung

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Niederbayern begrüßt den Donauausbau als wichtigen Standortfaktor. „Eine zuverlässige Schifffahrt auf der Donau ist für die Wirtschaft in der Region von großer Bedeutung“, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Walter Keilbart. Die Donau sei eine der wichtigsten Wasserstraßen Europas und verbinde den Westen mit dem Schwarzen Meer.

Allein im Hafen Straubing-Sand werden jährlich rund 2,5 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Bei anhaltendem Niedrigwasser kommt es immer wieder zu Einschränkungen der Schifffahrt, was zu erheblichen wirtschaftlichen Schäden führt. Nach Schätzungen der IHK belaufen sich die Verluste durch Niedrigwasser auf rund 100 Millionen Euro pro Jahr.

Zeitplan und nächste Schritte

Derzeit läuft das Planfeststellungsverfahren für den ersten Bauabschnitt. Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums soll der Planfeststellungsbeschluss im Jahr 2025 vorliegen. Mit dem Bau der zweiten Schleuse soll dann 2027 begonnen werden. Die Fertigstellung des Gesamtprojekts ist für 2035 geplant.

Bernreiter forderte den Bund auf, das Verfahren zügig voranzutreiben: „Wir brauchen jetzt Planungssicherheit für alle Beteiligten. Der Donauausbau ist ein Jahrhundertprojekt, das wir nicht weiter verzögern dürfen.“

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