Erneuerbare Energien erreichen Rekord: 58 Prozent des Stromverbrauchs im ersten Halbjahr
Erneuerbare Energien: Rekord mit 58% Stromverbrauch

Erneuerbare Energien haben im ersten Halbjahr 2025 rund 58 Prozent des deutschen Stromverbrauchs gedeckt – ein neuer Rekord für diesen Zeitraum. Das geht aus Hochrechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hervor.

Anstieg um fast drei Prozentpunkte

Die Quote lag knapp drei Prozentpunkte über dem Vorjahreswert von rund 55 Prozent. Im gesamten Jahr 2024 betrug der Anteil der Erneuerbaren am Stromverbrauch 55,8 Prozent. Insgesamt erzeugten die Anlagen von Januar bis Juni 152,2 Milliarden Kilowattstunden Strom. Die Bruttostromerzeugung lag bei 263,5 Milliarden Kilowattstunden, der Bruttostromverbrauch bei 262,4 Milliarden Kilowattstunden.

Windkraft als Treiber des Wachstums

Der Anstieg ist vor allem auf die höhere Stromerzeugung aus Windenergie zurückzuführen: An Land stieg die Produktion um 7,0 Prozent, auf See sogar um 28,3 Prozent. Die Solarenergie legte um 3,7 Prozent zu. Weniger Strom kam aus Wasserkraft (−7,7 Prozent) aufgrund geringerer Niederschläge. Die Biomasse-Erzeugung stieg leicht um 0,6 Prozent.

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Experten betonen Bedeutung für Klima und Preise

„Je höher der Anteil der erneuerbaren Energien steigt, desto unabhängiger werden wir von Importen fossiler Energieträger“, sagte ZSW-Chef Frithjof Staiß. „Desto widerstandsfähiger wird auch die Volkswirtschaft gegenüber Energiepreisschocks. Die Energiekrisen der vergangenen Monate und Jahre wurden durch die fossilen Energieträger ausgelöst, nicht durch die Erneuerbaren.“ Staiß nannte den Ausbau der Erneuerbaren das „schärfste Schwert“ im Kampf gegen den Klimawandel. Die jüngste Hitzewelle zeige, wie dringend Erfolge beim Klimaschutz seien.

Verbände fordern schnellere Gesetze

Die Verbände mahnten mehr Tempo bei anstehenden Gesetzesvorhaben an. „Investitionen fließen nur dort, wo verlässliche Regeln gelten“, sagte BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae mit Blick auf die Novellen zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und zum Wind-auf-See-Gesetz. „Das erste halbe Jahr ist um und es liegen noch nicht einmal Gesetzentwürfe vor.“ Zuständig ist Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU).

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