EU-Kommission erlaubt erweiterte Strompreiskompensation für deutsche Industrie
EU genehmigt mehr Strompreis-Entlastung für Industrie

Die EU-Kommission hat der Bundesregierung grünes Licht gegeben, energieintensive Unternehmen in Deutschland zusätzlich zu entlasten. Wie das Bundeswirtschaftsministerium und das Umweltministerium mitteilten, genehmigte Brüssel die Ausweitung der sogenannten Strompreiskompensation. Mit dieser werden Firmen indirekt von den Kosten des CO₂-Emissionshandels befreit, um eine Verlagerung der Produktion ins Ausland zu verhindern.

Rückwirkende Entlastung ab 2025

Dank der Entscheidung aus Brüssel können rückwirkend für das Abrechnungsjahr 2025 weitere energie- und handelsintensive Branchen bei ihren Stromkosten entlastet werden. Gleichzeitig steigt die Förderintensität für bereits beihilfeberechtigte Unternehmen. „Damit können zusätzlich rund 20 weitere Branchen von der Strompreiskompensation profitieren“, hieß es aus den Ministerien. Zu den neuen Sektoren zählen unter anderem Unternehmen der organischen Chemie und der Glasindustrie.

Reiche: Industrielle Wertschöpfung erhalten

Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) lobte die Entscheidung. „Eine Erweiterung mit einem solchen Umfang hat es bislang noch nicht gegeben. Damit wird industrielle Wertschöpfung in Deutschland erhalten, und es werden gute Arbeitsplätze gesichert.“ Auch Umweltminister Carsten Schneider (SPD) betonte, die Maßnahme schaffe Planungssicherheit für Unternehmen und sichere industrielle Wertschöpfung.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Kombination mit Industriestrompreis möglich

Die Bundesregierung hatte zudem für die Jahre 2026 bis 2028 einen neuen, staatlich subventionierten und vergünstigten Industriestrompreis für energieintensive Unternehmen eingeführt. Dieser gilt für einen Teil des Verbrauchs unter bestimmten Bedingungen. Die Beihilfe wird im Jahr nach dem Abrechnungsjahr ausgezahlt. Der Industriestrompreis kann unter bestimmten Voraussetzungen auch mit der Strompreiskompensation kombiniert werden.

Stahlindustrie profitiert von „Made in Europe“

Auf europäischer Ebene soll die energieintensive Stahlindustrie nach Vorstellung der EU-Kommission zusätzlich davon profitieren, dass ein Mindestanteil des Materials – etwa für öffentliche Bauwerke oder geförderte Elektroautos – künftig verpflichtend „Made in Europe“ sein soll. Deutschland hat in der Europäischen Union die größte Stahlindustrie.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration