EU-Preisdeckel für Sprit: Kroatien und Ungarn setzen Obergrenzen für Benzin und Diesel
EU-Preisdeckel: Kroatien und Ungarn deckeln Spritpreise (13.03.2026)

EU-Preisdeckel für Kraftstoffe: Kroatien und Ungarn reagieren auf steigende Spritpreise

Als erste Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben Kroatien und Ungarn Preisobergrenzen für Benzin und Diesel eingeführt. Diese Maßnahmen sind eine direkte Reaktion auf die erheblichen Preisanstiege, die seit Beginn des Iran-Krieges zu verzeichnen sind.

Konkrete Preisgrenzen in beiden Ländern

Der kroatische Ministerpräsident Andrej Plenkovic gab am Montag bekannt, dass ab Dienstag eine Preisobergrenze von 1,55 Euro pro Liter Diesel gelten wird. Für Benzin wurde eine maximale Grenze von 1,50 Euro pro Liter festgelegt. Diese Regelungen sollen unmittelbar in Kraft treten und die Belastung für Verbraucher spürbar reduzieren.

Parallel dazu kündigte der ungarische Regierungschef Viktor Orban einen vergleichbaren Preisdeckel an, der ebenfalls ab Mitternacht zum Dienstag wirksam wird. In einem Video auf Facebook erklärte Orban: "Wir führen einen geschützten Preis für Benzin und Diesel ein, über den die Einzelhandelspreise nicht hinausgehen dürfen." Besonders hervorzuheben ist, dass diese Regelung ausschließlich für in Ungarn registrierte Fahrzeuge gilt.

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Hintergründe der Preisexplosion

Die drastischen Preisanstiege bei Kraftstoffen sind hauptsächlich auf die Entwicklungen im Iran-Konflikt zurückzuführen. Der Ölpreis erreichte erstmals seit fast vier Jahren wieder die Marke von über 100 Dollar pro Barrel. Gleichzeitig stiegen auch die Gaspreise kontinuierlich weiter an.

Als wesentliche Ursachen für diese Entwicklung gelten die faktische Sperrung der strategisch wichtigen Straße von Hormus sowie gezielte Angriffe auf Raffinerien in mehreren Golfstaaten. Betroffen sind unter anderem Anlagen in Katar, Saudi-Arabien und Bahrain, was die globale Versorgungslage erheblich beeinträchtigt hat.

Weitere Maßnahmen zur Preisdämpfung

Neben der Einführung der Preisobergrenzen kündigte die ungarische Regierung zusätzliche Schritte an. So sollen staatliche Reserven freigegeben werden, um die Versorgungssicherheit weiter zu gewährleisten und möglichen Engpässen vorzubeugen.

Diese politischen Initiativen spiegeln die wachsende Besorgnis über die wirtschaftlichen Auswirkungen der Kraftstoffpreisentwicklung wider. Besonders in Grenzregionen beobachten Experten bereits veränderte Tankgewohnheiten, wie etwa vermehrtes Tanken deutscher Autofahrer in Polen, wo die Preise teilweise niedriger ausfallen.

Die Einführung von Preisdeckeln in Kroatien und Ungarn markiert einen bedeutenden Schritt in der europäischen Energiepolitik. Es bleibt abzuwarten, ob weitere EU-Mitgliedstaaten ähnliche Maßnahmen ergreifen werden, um ihre Bürger vor den Folgen der internationalen Preisschwankungen zu schützen.

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