Hitzewelle erreicht Potsdam: 40 Grad möglich
Die Hitzewelle hat Potsdam fest im Griff. Am Wochenende könnten die Temperaturen in der Landeshauptstadt auf mehr als 40 Grad steigen, warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD). Bereits am Donnerstag wurden 35,1 Grad gemessen, der Allzeitrekord liegt bei 38,9 Grad. Meteorologen schließen nicht aus, dass dieser Rekord am Samstag oder Sonntag fallen könnte.
Hitzewarnung und gesundheitliche Risiken
Der DWD hat eine Hitzewarnung für Potsdam herausgegeben, die bis Freitagabend 19 Uhr gilt. „Die Hitze wird alte und pflegebedürftige Menschen extrem belasten. Mit einer zusätzlichen Belastung aufgrund verringerter nächtlicher Abkühlung ist insbesondere im dicht bebauten Stadtgebiet von Potsdam zu rechnen“, so der DWD. Das Bergmann-Klinikum in Potsdam rüstet sich für eine erhöhte Zahl von Hitzenotfällen. Chefarzt Michael Oppert erklärt: „In den letzten Jahren haben wir in der Zentralen Notaufnahme beobachtet, dass sich der Klimawandel mit immer heißeren und trockeneren Sommern auf unsere insbesondere älteren Patientinnen und Patienten auswirkt.“ Es komme vermehrt zu Ohnmachten, Hitzeschlägen, Kreislaufproblemen und Flüssigkeitsmangel.
Veranstaltungen abgesagt oder verlegt
Wegen der extremen Temperaturen wurden zahlreiche Veranstaltungen abgesagt. Die „Party im Park“ zum 25. Jubiläum des Volksparks am Samstag fällt aus, ebenso die Fahrrad-Pride und die Beachvolleyball-Landesmeisterschaft. Das Football-Spitzenspiel der Potsdam Royals gegen die Dresden Monarchs soll dagegen stattfinden, allerdings wurde der Kickoff auf 17 Uhr nach hinten verlegt. Besucher dürfen Sonnenschirme ohne Spitze und bis zu 1,5 Liter Wasser in PET-Flaschen mit ins Stadion nehmen.
Hitzebedingte Fahrbahnschäden auf Autobahnen
Die Hitze führt auch zu Schäden an den Straßen. Die A2 ist zwischen Ziesar und Wollin in Fahrtrichtung Potsdam voll gesperrt. Wie die Polizei Brandenburg mitteilte, sind hitzebedingte Fahrbahnschäden die Ursache. Die Autobahn GmbH rechnet mit einer Sperrung bis Sonntagnachmittag. Auch auf der A10 wurde zwischen Berlin-Marzahn und Hellersdorf in Richtung Frankfurt (Oder) die linke Spur gesperrt. Die beschädigte Betondecke soll durch Asphalt ersetzt werden. Zur Entlastung des Verkehrs wird eine weiträumige Umleitung über das Autobahnkreuz Magdeburg, die A14 und A9 zum Autobahndreieck Potsdam empfohlen.
Waldbrandgefahr steigt auf höchste Stufe
Die Waldbrandgefahr in Brandenburg hat zugenommen. Für die Landkreise Havelland, Potsdam-Mittelmark (inklusive Potsdam und Brandenburg/Havel) sowie Prignitz gilt die höchste Gefahrenstufe 5, wie das Agrar- und Umweltministerium mitteilte. Bereits am Freitagnachmittag brach bei Werder (Havel) ein Waldbrand auf rund 4000 Quadratmetern aus. Waldbrandschutzbeauftragter Raimund Engel sagte: „Man hat es gut unter Kontrolle.“ Der Brand sei rechtzeitig erkannt worden. Für die Feuerwehrleute sei der Löscheinsatz wegen des schwierigen Geländes und der Hitze besonders anstrengend gewesen.
Stadtverwaltung verkürzt Öffnungszeiten
Die Landeshauptstadt Potsdam hat wegen der Hitze die Sprech- und Öffnungszeiten in mehreren Bereichen verkürzt. Am Donnerstag waren die Stadtkasse und der Bereich Steuern nur bis 14 Uhr erreichbar, das Sozialamt hatte von 9 bis 12 Uhr und 13 bis 14 Uhr geöffnet. Am Freitag gelten reguläre Sprechzeiten bis 12 Uhr. Die Stadt- und Landesbibliothek sowie die Zweigbibliothek Waldstadt schließen am Samstag bereits um 13 Uhr. Rückgabefristen werden angepasst, sodass keine Versäumnisentgelte anfallen. Das Potsdam Museum und das Naturkundemuseum haben keine Einschränkungen. Die Stadt teilte mit: „Sollten die hohen Temperaturen auch in der kommenden Woche anhalten, sind weitere Einschränkungen möglich.“
Tipps für die heißen Tage
Das Bergmann-Klinikum rät, sich nicht in der prallen Sonne aufzuhalten und den Kopf mit einem breitkrempigen Hut zu bedecken. Leichte, lockere Kleidung hilft, den Schweiß verdunsten zu lassen. Empfohlen werden leichte Suppen wie Bouillon, Wassermelone, Weintrauben, Beeren, Orangen, Reis, Nudeln, Joghurt und Buttermilch. Gemüse sollte etwas länger gekocht werden, damit es mehr Flüssigkeit enthält. Auch die Straßenmeistereien erhöhen ihre Bereitschaft, da sich Fahrbahnen auf über 60 Grad Celsius aufheizen können, was zu Schäden führt.



