Gaspreise für Neukunden steigen deutlich durch Iran-Konflikt
Die aktuellen geopolitischen Spannungen im Nahen Osten wirken sich unmittelbar auf die Energiepreise in Deutschland aus. Laut einer aktuellen Analyse des Vergleichsportals Verivox haben sich die Gaspreise für Neukunden innerhalb weniger Tage deutlich erhöht. Die günstigsten Neuverträge sind im bundesweiten Durchschnitt um 1,2 Cent pro Kilowattstunde gestiegen, was einem beachtlichen Anstieg von rund 15 Prozent entspricht.
Konkrete Zahlen zeigen deutliche Verteuerung
Die Verivox-Auswertung basiert auf dem günstigsten Angebot für jede Postleitzahl in Deutschland. Im Februar 2026 zahlte ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden im günstigsten Tarif mit zwölfmonatiger Preisgarantie noch durchschnittlich 8,2 Cent pro Kilowattstunde. Aktuell liegt das günstigste Angebot im Bundesschnitt bei etwa 9,4 Cent je Kilowattstunde. Diese Entwicklung zeigt die unmittelbaren Auswirkungen der gestiegenen Großhandelspreise auf den Verbrauchermarkt.
Iran-Krieg als Hauptursache für Preisanstieg
Die Ursache für diese deutliche Verteuerung ist eindeutig: Der seit Ende Februar andauernde Krieg im Iran hat die globalen Energie- und Gasmärkte erheblich beeinträchtigt. Seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran ist das in Europa gehandelte Erdgas an der Börse um rund 65 Prozent teurer geworden. Besonders kritisch ist die Situation in der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten für Flüssiggas aus den Förderregionen am Persischen Golf. Durch die kriegerischen Auseinandersetzungen ist der Transport durch diese strategisch bedeutsame Wasserstraße faktisch zum Erliegen gekommen.
Unterschiedliche Entwicklung in verschiedenen Regionen
Die Verivox-Analyse zeigt jedoch auch regionale Unterschiede in der Preisentwicklung. „In etwa einem Prozent der Postleitzahl-Gebiete gibt es sogar minimale Senkungen“, erklärte ein Verivox-Sprecher. Die Spanne der Preisentwicklung reicht von 5 Prozent Senkung bis zu 44 Prozent Erhöhung in einzelnen Regionen. Diese regionalen Unterschiede verdeutlichen, wie komplex sich die Auswirkungen des Iran-Konflikts auf den deutschen Energiemarkt darstellen.
Bestandskunden vorerst geschützt
Für Bestandskunden gibt es vorerst Entwarnung. „Bestandskunden müssen vorerst keine Gas-Preiserhöhungen befürchten“, betonte Verivox-Energieexperte Thorsten Storck. Auch in der Grundversorgung sind bislang keine Preiserhöhungen zu verzeichnen. Der durchschnittliche Gaspreis für Haushaltskunden im örtlichen Grundversorgungstarif liegt laut Verivox im März bei 13,4 Cent je Kilowattstunde. Diese Stabilität für bestehende Verträge bietet Verbrauchern zumindest kurzfristig Planungssicherheit.
Zukunftsperspektiven bleiben unsicher
Die Sorge vor einer länger anhaltenden Schließung der Straße von Hormus und die aktuell hohen Großhandelspreise sorgen dafür, dass die Neukundenpreise nun deutlich anziehen. Die Entwicklung zeigt, wie anfällig der globale Energiemarkt für geopolitische Spannungen ist. Verbraucher, die einen neuen Gasvertrag abschließen müssen, sollten die aktuelle Marktentwicklung genau im Blick behalten und gegebenenfalls auf Tarife mit Preisgarantie setzen, um sich vor weiteren möglichen Preissprüngen zu schützen.



