Die ersten Mähdrescher rollen auf die Getreidefelder, doch die Stimmung unter den Landwirten ist gedrückt. Trockenheit und Hitzestress gefährden die Ernte. Der Deutsche Bauernverband erwartet insgesamt eine durchschnittliche Getreideernte, allerdings mit erheblichen regionalen Unterschieden, wie ein Verbandssprecher mitteilte.
Frühjahrstrockenheit und Hitzestress belasten die Felder
„Frühjahrstrockenheit und Hitzestress geben Anlass zur Sorge, was Menge und Qualität der diesjährigen Ernte angeht“, erklärte der Deutsche Bauernverband. Besonders betroffen sind Regionen, in denen die Niederschläge im Frühjahr und Frühsommer ausgeblieben sind. Die Landwirte befürchten nicht nur geringere Erträge, sondern auch eine schlechtere Qualität des Getreides.
Bauernpräsident Joachim Rukwied wird am Vormittag um 10.30 Uhr auf einem Feld im brandenburgischen Rangsdorf-Groß Machnow südlich von Berlin die offiziellen Ernteerwartungen vorstellen. Die Wahl des Ortes unterstreicht die Bedeutung der Region für den Getreideanbau in Ostdeutschland.
Preisdruck und Kostensteigerungen belasten die Branche
Neben den Wetterextremen klagen die Landwirte über massive Kostensteigerungen bei gleichzeitig niedrigen Erzeugerpreisen. „Die Preissituation im Ackerbau ist für alle Getreidearten miserabel, bis auf Raps“, hatte Rukwied bereits im Juni kritisiert. Die Schere zwischen steigenden Betriebskosten – etwa für Dünger, Sprit und Maschinen – und den Erlösen auf dem Markt werde immer größer.
Im vergangenen Sommer hatten die Landwirte noch größere Mengen Getreide einfahren können, was die Erwartungen für dieses Jahr zusätzlich dämpft. Die aktuellen Aussichten zeigen, wie stark die Landwirtschaft von Witterungsextremen und Marktschwankungen abhängt.
Regionale Unterschiede prägen das Erntebild
Während in einigen Regionen Deutschlands die Ernte durchaus zufriedenstellend ausfallen könnte, drohen in anderen Gebieten deutliche Einbußen. Der Bauernverband betont, dass die Unterschiede zwischen den Bundesländern und sogar innerhalb einzelner Kreise groß sein können. Entscheidend sei, wann und wie viel Regen gefallen sei.
Die Landwirte hoffen nun auf stabile Wetterbedingungen in den kommenden Wochen, um die Ernte unter Dach und Fach zu bringen. Die Getreideernte ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor für viele ländliche Regionen und hat direkte Auswirkungen auf die Lebensmittelpreise und die Versorgungssicherheit.



