Großstädte halten Frist für Wärmeplanung ein – KWW sieht gute Fortschritte
Großstädte halten Frist für Wärmeplanung ein

Die Kommunen in Deutschland sind bei der kommunalen Wärmeplanung auf einem guten Weg. Der Leiter des Kompetenzzentrums Kommunale Wärmewende (KWW) in Halle, Robert Brückmann, sieht große Fortschritte: „Die großen Kommunen in Deutschland werden es bis Mitte 2026 wirklich schaffen, ihre Wärmepläne abzuschließen. Das ist eine riesige Neuigkeit.“

Fristen und aktuelle Lage

Seit Anfang 2024 sind alle Kommunen gesetzlich verpflichtet, einen Wärmeplan vorzulegen. Während die 80 Großstädte mit mehr als 100.000 Einwohnern bis Mitte 2026 Zeit haben, müssen mittelgroße und kleine Städte sowie Gemeinden ihre Pläne bis Ende Juni 2028 einreichen. Laut Brückmann sind etwa 80 Prozent der mittelgroßen Kommunen bereits aktiv an der Wärmeplanung beteiligt oder haben sie abgeschlossen.

Von den rund 10.700 Gemeinden in Deutschland sind die meisten klein – mit weniger als 10.000 Einwohnern. Auch hier zeigt sich ein positives Bild: „Bereits über die Hälfte ist schon im Prozess oder sogar fertig“, so Brückmann. Nach 2045 soll Wärme nicht mehr mit Erdgas oder Öl erzeugt werden dürfen. Einige Kommunen in Baden-Württemberg gelten als Vorreiter.

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Energiekrisen als Treiber

Die Kommunen beweisen laut Brückmann, dass sie neue Aufgaben bewältigen können. „Es wird ganz sicher Kommunen geben, die ihre Erfahrungen aus der Wärmeplanung als Rückenwind für andere Prozesse nutzen.“ Das KWW ist Teil der Deutschen Energie-Agentur.

Als treibende Kraft nennt Brückmann die Aussicht auf Wertschöpfung. Zudem hätten die Kommunen innerhalb von fünf Jahren zwei Energiekrisen erlebt und erkannt, dass nicht nur das ferne Klima geschützt werden müsse, sondern auch hier und jetzt gehandelt werden müsse. „Sie sehen, zu was es führen kann, wenn sie nichts tun.“

Nicht bei allen läuft es problemlos

Wenn alle Kommunen ihre Planung abgeschlossen haben, rechnet Brückmann deutschlandweit mit rund 7.000 Wärmeplänen, da sich Gemeinden häufig zusammenschließen und gemeinsam planen. Im kommenden Jahr will das KWW die Daten aus den Plänen sammeln und bündeln, um eine Grundlage für Entscheidungen etwa auf den Übertragungsnetzebenen für Strom zu schaffen.

Nur eine „sehr kleine Anzahl von Kommunen“ habe noch nicht mit dem Wärmeplan begonnen, so Brückmann. Die Gründe seien individuell: Ein Faktor sei, ob und wie lange es bereits ein Landesgesetz zur Umsetzung des Bundeswärmeplanungsgesetzes gebe. Einzelne Kommunen seien personell überfordert und müssten andere Prioritäten setzen. „Aber sie haben ja auch noch zwei Jahre Zeit.“

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