Handwerkskammer fordert schnelle Spritsteuersenkung: Existenzbedrohung für Betriebe in MV
Handwerkskammer: Schnelle Spritsteuersenkung nötig

Handwerkskammer drängt auf schnelle Entlastung bei Spritpreisen

Die aktuellen Spritpreise, die deutlich über der Zwei-Euro-Marke liegen, belasten Autofahrer in ganz Deutschland. Besonders hart trifft es jedoch Handwerksbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern, die auf regelmäßige Fahrten angewiesen sind. Axel Hochschild, Präsident der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern, fordert daher ein rasches Eingreifen der Bundesregierung.

Steueranteil bei über 50 Prozent – Staat soll nicht profitieren

„Der Staat darf nicht von dieser Entwicklung profitieren“, betonte Hochschild im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Er verwies darauf, dass der Steuer- und Abgabenanteil im vergangenen Jahr bei etwa 55 Prozent für Benzin und 44 Prozent für Diesel lag. Die Bundesregierung müsse daher zumindest befristet und schnell die Steuern auf Treibstoffe senken.

Für viele Handwerksbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern sei diese Entlastung von existenzieller Bedeutung. Der Irankrieg habe zu einer Kostenexplosion bei Energie- und Treibstoffkosten geführt, was das Handwerk immens belaste.

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Besondere Belastung für Handwerker im Flächenland

Hochschild wies auf die spezifischen Herausforderungen in Mecklenburg-Vorpommern hin: „Hier schlagen die hohen Spritpreise vor allem in unserem Bundesland voll ins Kontor“. Der durchschnittliche Bestand pro Handwerksbetrieb liege bei etwa vier Fahrzeugen, darunter Pkw, Lkw, Montagefahrzeuge und selbstfahrende Arbeitsmaschinen.

Besonders betroffen sind Berufsgruppen mit langen täglichen Strecken:

  • Straßenbauer und Gerüstbauer
  • Gebäudereiniger
  • Zahntechniker und Orthopädietechniker
  • Bäcker und Fleischer für Filialbelieferung und Rohstoffeinkauf

Diese müssen teilweise täglich bis zu 100 Kilometer und mehr zurücklegen, um zu Baustellen oder Kunden zu gelangen.

Folgen ohne Entlastung: Versorgungseinschränkungen drohen

Sollte es keine Entlastungen geben, würden Kunden laut Hochschild sparen und potenzielle Aufträge zurückstellen. Gleichzeitig müsse das Handwerk erhöhte Kosten an Kunden weitergeben. Insgesamt könnte dies gerade in ländlichen Regionen zu Versorgungseinschränkungen führen, warnte der Handwerkskammer-Präsident, der auch Präsidiumsmitglied im Zentralverband des Deutschen Handwerks ist.

Spritpreise als Thema bei ostdeutscher Regionalkonferenz

Das Thema der gestiegenen Spritpreise dürfte auch bei der Regionalkonferenz der Regierungschefs der ostdeutschen Länder mit Bundeskanzler Friedrich Merz am Donnerstag in Berlin eine Rolle spielen. An der geplanten Pressekonferenz nehmen unter anderem teil:

  1. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU)
  2. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU)
  3. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD)

Die Handwerkskammer hofft, dass bei diesem Treffen konkrete Maßnahmen zur Entlastung der Betriebe beschlossen werden.

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