Städtische Bäume sind zunehmend durch Hitze und Trockenheit bedroht. Eine aktuelle Untersuchung des Umweltbundesamtes belegt, dass ohne gezielte Schutzmaßnahmen viele Bäume in deutschen Städten absterben könnten. Die Forscher betonen: Jeder einzelne Baum zählt, denn sie sind unverzichtbar für ein angenehmes Stadtklima.
Warum Bäume so wichtig sind
Bäume kühlen ihre Umgebung durch Verdunstung und spenden Schatten. Laut der Studie können ausgewachsene Stadtbäume die Lufttemperatur in ihrer direkten Umgebung um bis zu 12 Grad Celsius senken. Zudem binden sie CO2, filtern Feinstaub und erhöhen die Biodiversität. Ohne Bäume würden Städte weiter aufheizen, was besonders für ältere Menschen und Kinder gefährlich ist.
Die aktuelle Lage in den Städten
Viele Kommunen haben in den letzten Jahren einen deutlichen Anstieg abgestorbener Bäume gemeldet. So verzeichnete die Stadt Aichach im Jahr 2023 einen Verlust von 15 Prozent ihres Baumbestands an stark frequentierten Straßen. Besonders betroffen sind junge Bäume, deren Wurzeln noch nicht tief genug reichen. Die Trockenheit der letzten Sommer hat die Situation verschärft.
Empfohlene Schutzmaßnahmen
Die Studie empfiehlt mehrere konkrete Maßnahmen: regelmäßige Bewässerung, insbesondere in den ersten fünf Jahren nach der Pflanzung, das Anlegen von Baumscheiben, die das Regenwasser besser speichern, sowie die Auswahl hitzeresistenter Baumarten. Zudem sollten Pflasterungen vermieden werden, die die Bodenversiegelung erhöhen. Stattdessen sollten Baumscheiben mit wasserdurchlässigen Materialien gestaltet werden.
Kommunale Verantwortung und Bürgerbeteiligung
Die Verantwortung liegt zunächst bei den Städten, aber auch Bürger können helfen. „Jeder kann einen Beitrag leisten, indem er bei Trockenheit Bäume vor seiner Haustür gießt oder sich für Baumpatenschaften engagiert“, sagt Michaela Schmidt, Stadtgrün-Expertin aus Augsburg. Viele Städte bieten mittlerweile Baumpatenschaften an, bei denen Bürger die Bewässerung übernehmen. Auch die Verwendung von Regenwasser aus Tonnen oder Zisternen kann die Trinkwasserressourcen schonen.
Langfristige Strategien für ein grüneres Stadtklima
Neben Sofortmaßnahmen sind langfristige Strategien notwendig. Dazu gehören die Entsiegelung von Flächen, die Anlage von grünen Dächern und Fassaden sowie die Schaffung von grünen Korridoren, die kühle Luft in die Innenstädte leiten. Die Studie fordert zudem ein kommunales Baumkataster, das den Zustand aller Bäume erfasst und Pflegeintervalle plant. Nur so könne man rechtzeitig reagieren und den Baumbestand langfristig sichern.
Fazit: Jeder Baum zählt
Die Ergebnisse der Studie machen deutlich, dass der Schutz von Stadtbäumen eine der zentralen Aufgaben der Klimaanpassung ist. Ohne entschlossenes Handeln werden viele Städte ihre grüne Infrastruktur verlieren. Es ist an der Zeit, Bäume als lebenswichtige Stadtbewohner zu behandeln und ihnen den Schutz zu geben, den sie brauchen. Die Kosten für Maßnahmen wie Bewässerung und Neupflanzungen sind gering im Vergleich zu den Kosten, die durch Überhitzung und Gesundheitsprobleme entstehen.



