Hitze lässt Straßen schmelzen: Weiße Beläge als Lösung?
Hitze schmilzt Asphalt: Sind weiße Straßen die Lösung?

Deutschland ächzt unter einer Rekordhitzewelle mit Temperaturen bis zu 40 Grad. Während die Menschen noch Schutz suchen, geben die Straßen nach: Der Asphalt wird weich, bricht auf und führt zu massiven Sperrungen. Allein am Samstag mussten bundesweit elf Autobahnen gesperrt werden, vielerorts kam es zu Umleitungen. Die A2 in Sachsen-Anhalt fällt laut Polizei seit Samstagmorgen „Anschlussstelle für Anschlussstelle“ aus. In Kutzleben (Thüringen) fing sogar der Reifen eines Lastwagens während der Fahrt Feuer. Die Frage drängt sich auf: Brauchen wir in Zukunft weiße Straßen wie in Griechenland?

Warum der Asphalt aufbricht: „Blow-ups“ durch Hitze

Die Fahrbahn wölbt sich auf, weil sich der Beton bei Hitze ausdehnt. Fachleute nennen dieses Phänomen „Blow-ups“. Betroffen sind laut Autobahn GmbH vor allem ältere Fahrbahnen, die stark beansprucht wurden oder bereits mehrfach repariert werden mussten. Die Straßenmeistereien arbeiten derzeit auf Hochtouren: „Hitzeschäden werden umgehend ausgebessert. Bei Betonfahrbahnen werden die betroffenen Stellen mit Asphalt aufgefüllt“, erklärte ein Sprecher der Autobahn GmbH. Beim Neubau setzt man auf widerstandsfähigere Beläge und testet neue, hellere Materialien, etwa im Ruhrgebiet.

Erste Städte setzen auf hellen Asphalt

In Oberhausen (NRW) soll ab nächstem Jahr weißer Asphalt in Wohngebieten zum Einsatz kommen, wie ein Stadtsprecher gegenüber „Radio Oberhausen“ bestätigte. Ziel ist es, die Umgebungstemperatur zu senken. Dresden und Bern (Schweiz) haben bereits Erfahrungen mit hellem Belag gesammelt. In Tests blieben die Straßen bis zu 12 Grad kühler. Allerdings ist das Material teurer, weniger langlebig und kann blenden. Dresden verwendet einen „Glitzerasphalt“ mit hellen Körnchen, die das Sonnenlicht reflektieren. In den USA setzt Phoenix (Arizona) bereits auf „Cool Pavement“ – über 225 Kilometer Straßen wurden damit beschichtet. In Griechenland, etwa auf Mykonos oder Santorin, bestehen die Gassen aus hellem Beton oder Naturstein, der sich weniger aufheizt.

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Alternative Methode: Winterdienst gegen Hitze

Die Stadt Lünen (NRW) testet eine ungewöhnliche Methode: Ein Streusalz-Salzlake-Gemisch wird mit einem Winterdienstfahrzeug auf die Fahrbahn aufgetragen. „Das Salz bindet Wasser. Dabei wird Wärme entzogen, wodurch ein kühlender Effekt entsteht“, erklärte die Stadt. Die Methode wurde bereits in den Niederlanden erfolgreich angewendet. Falls sich die Idee an diesem Wochenende bewährt, sollen weitere Straßenabschnitte folgen. Ob weiße Straßen oder Salzlake – die Suche nach Lösungen für heiße Sommer hat gerade erst begonnen.

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