Angler am Baggersee kämpfen gegen Sauerstoffnot
Die aktuelle Hitzewelle setzt den Fischen in vielen Gewässern zu. Am Baggersee bei Augsburg haben Angler nun mit speziellen Belüftern reagiert, um die Sauerstoffkonzentration im Wasser zu erhöhen. Erste Messungen zeigen Erfolge: Der Sauerstoffgehalt ist gestiegen, berichtet der Vorsitzende des örtlichen Angelvereins, Hans Meier.
Hintergrund: Hitze und Sauerstoffmangel
Hohe Wassertemperaturen reduzieren die Sauerstofflöslichkeit. Zudem führt die Hitze zu vermehrtem Algenwachstum, das nachts Sauerstoff verbraucht. In flachen Seen kann dies schnell zu kritischen Zuständen führen. Bereits in den vergangenen Wochen wurden in mehreren bayerischen Gewässern tote Fische entdeckt, wie das Umweltministerium mitteilte.
Maßnahmen der Angler
Die Angler haben mehrere Solar-betriebene Belüfter installiert, die Wasser aus der Tiefe an die Oberfläche pumpen und so für eine Durchmischung sorgen. Diese Geräte sind kostengünstig und können auch in kleineren Seen eingesetzt werden. „Wir mussten schnell handeln, um einen Fischsterben zu verhindern“, erklärt Meier. Bislang seien keine größeren Verluste zu beklagen.
Auswirkungen auf die Fischerei
Der Sauerstoffmangel stresst die Fische und macht sie anfälliger für Krankheiten. Für die Angler bedeutet das nicht nur einen moralischen, sondern auch einen wirtschaftlichen Schaden. Der Verein hat bereits in die Belüftung investiert und hofft auf Unterstützung von der Gemeinde. „Ohne unsere Maßnahmen hätten wir vielleicht einen Großteil des Bestands verloren“, so Meier.
Experten warnen vor weiteren Folgen
Fischereiexperten warnen, dass solche Hitzeperioden durch den Klimawandel häufiger werden. Sie empfehlen, Gewässer langfristig zu renaturieren und Uferzonen zu bepflanzen, um Schatten zu spenden. Auch die Reduzierung von Nährstoffeinträgen aus der Landwirtschaft sei wichtig, um Algenblüten zu vermeiden.
Blick in die Zukunft
Die Angler am Baggersee wollen ihre Belüfter auch in den nächsten Tagen weiter betreiben, bis die Temperaturen sinken. Sie appellieren an andere Vereine, ähnliche Vorkehrungen zu treffen. „Gemeinsam können wir unsere Fische schützen“, sagt Meier. Die Gemeinde prüft derweil, ob weitere Gewässer betroffen sind.



