Bundesregierung plant trotz steigender Spritpreise keine neuen Entlastungen
Keine neuen Tank-Entlastungen trotz steigender Spritpreise

Die Bundesregierung plant trotz erneut deutlich gestiegener Tankstellenpreise keine neuen Entlastungsmaßnahmen. Regierungssprecher Stefan Kornelius erklärte in Berlin, es werde je nach Lage im Iran-Krieg vermutlich weiterhin Schwankungen bei den Benzinpreisen geben, abhängig von den Kämpfen vor Ort. Diese Situation werde noch eine Weile anhalten, womit man leben müsse. Die Bundesregierung hatte Ende Juni den Tankrabatt auslaufen lassen, der zwei Monate lang galt. „Momentan sind keine neuen Entlastungsmaßnahmen geplant“, so Kornelius.

Bisherige Maßnahmen und aktuelle Preisentwicklung

Kornelius ergänzte, die bisherigen Maßnahmen hätten zur Beruhigung beigetragen und für mehr Berechenbarkeit gesorgt. „Die Bundesregierung wird die Lage genau beobachten.“ Die Situation am Golf bleibe jedoch angespannt. Die Bundesregierung fordere ein Ende der Kampfhandlungen und eine Öffnung der Straße von Hormus, über die viele Öl- und Gastransporte laufen.

Seit dem Auslaufen des Tankrabatts Ende Juni sind die Spritpreise wieder stark gestiegen. Auch übers Wochenende ging es weiter nach oben, wie aus Daten des ADAC hervorgeht. Superbenzin der Sorte E10 kostete im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Sonntags 2,152 Euro pro Liter, Diesel 2,177 Euro pro Liter. Bei beiden Kraftstoffen sind die Preise somit acht Tage in Folge gestiegen. Im Vergleich zu vor zwei Wochen ist E10 derzeit 13,6 Cent teurer, Diesel sogar 23,1 Cent. E10 ist zudem nur noch rund 4 Cent von seinem Mehrjahreshoch rund um Ostern und gut 5 Cent von seinem Allzeithoch aus dem Jahr 2022 entfernt.

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Hintergrund: Tankrabatt und 12-Uhr-Regel

Der Tankrabatt im Mai und Juni war nach Angaben des Kartellamts zu rund 80 Prozent bei den Autofahrern angekommen. Die Maßnahme hatte den Bund rund 1,6 Milliarden Euro gekostet und war von Ökonomen stark kritisiert worden, weil sie nicht zielgenau bedürftigen Menschen unter die Arme griff. Die schwarz-rote Koalition hatte als Folge des Nahost-Krieges seit Ende Februar auch eine 12-Uhr-Regel eingeführt. Tankstellen dürfen seitdem nur noch einmal am Tag zur Mittagszeit die Preise anheben, aber jederzeit senken. Das sollte für mehr Transparenz sorgen.

Ölpreis als Treiber und Ausblick

Wichtigster Treiber des Preisanstiegs dürfte der seit Anfang des Monats kräftig gestiegene Ölpreis sein. Sollte die Entwicklung anhalten, könnten auch die bisherigen Preisrekorde bei E10 überschritten werden, heißt es vom ADAC. Diesel ist derzeit dagegen noch weit von seinem Rekord entfernt: Am 7. April hatte der Kraftstoff im bundesweiten Durchschnitt 2,447 Euro pro Liter gekostet.

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