Europas größter künstlich geschaffener Seenverbund ist eröffnet. Die Ministerpräsidenten von Brandenburg und Sachsen, Dietmar Woidke (SPD) und Michael Kretschmer (CDU), gaben ihn in Neu-Seeland am Sedlitzer See in Brandenburg frei. Damit verschmelzen der Senftenberger See, Geierswalder See, Partwitzer See, Sedlitzer See und Großräschener See aus früheren Tagebaulöchern erstmals über schiffbare Kanäle zu einem zusammenhängenden Gewässersystem.
Historischer Meilenstein für die Region
Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) bezeichnete die Eröffnung als einen „historischen Meilenstein“. Die zusammenhängende Wasserfläche beträgt nach Angaben der LMBV rund 5100 Hektar – das entspricht etwa der halben Größe der Müritz in Mecklenburg-Vorpommern. Die Seen entstanden aus gefluteten Tagebauen. Der Senftenberger See wurde bereits in den 1970er Jahren eröffnet.
Woidke: „Erfolgsgeschichte“ trotz anfänglicher Skepsis
Die beiden Regierungschefs fuhren zuvor getrennt jeweils mit einem Polizeiboot durch zwei verschiedene neue Kanäle zum Festakt. Brandenburgs Ministerpräsident Woidke sprach von einer Erfolgsgeschichte. „Ich bin heute unglaublich dankbar – auch wenn ich damals das Ganze für eine Schnapsidee gehalten habe –, dass Menschen die Kraft hatten, schon damals Visionen zu entwickeln“, sagte Woidke beim Festakt. „Wir haben hier auch jetzt gezeigt, wie stark Deutschland ist, wenn alle sich auf ein Ziel konzentrieren.“
Kretschmer: Fast eine Milliarde Euro investiert
Sachsens Regierungschef würdigte die Leistungen der Umwandlung früherer Bergbauflächen. „Fast eine Milliarde Euro über 35 Jahre kontinuierliches Arbeiten“, sagte Kretschmer. Rund 941 Millionen Euro flossen seit Anfang der 1990er Jahre von Bund und den beiden Ländern zur Sanierung. „Wir müssen dafür sorgen, dass auch in der Zukunft in Deutschland die Weichen so gestellt werden, dass wirtschaftliches Handeln (...) sich auch auszahlt, dann wird es auch hier weitergehen.“
Touristischer Aufschwung erwartet
Der Verbund soll dem Tourismus in der Lausitz einen deutlichen Schub bringen. Bisher gab es nur zwei befahrbare Wasserstraßen in der Region. Nun öffneten der Sornoer Kanal, der Rosendorfer Kanal und der Ilse-Kanal, die die fünf Seen miteinander verbinden. Die LMBV erhofft sich durch die neue Wasserstraße eine Steigerung der Besucherzahlen und eine Stärkung der regionalen Wirtschaft.



