Ölpreise verharren auf Rekordniveau - Friedenshoffnungen schwinden
Trotz der von den USA gelockerten Sanktionen für russisches Erdöl verharren die Ölpreise weiterhin auf dem höchsten Niveau seit Jahren. Diese Maßnahme stieß bei europäischen Partnern auf deutliche Kritik und brachte am globalen Ölmarkt keinerlei Entspannung. Gleichzeitig lassen jüngste Äußerungen aus den USA und dem Iran die Hoffnungen auf ein baldiges Kriegsende zunehmend schwinden.
Preisentwicklung und Marktlage
Am frühen Morgen kostete ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im Mai rund 103 US-Dollar, was einen leichten Anstieg gegenüber dem Vortag bedeutet. Zum Vergleich: Vor Kriegsbeginn lag der Preis noch bei etwa 73 Dollar pro Barrel. Die Marke von 100 Dollar wurde zuletzt im Sommer 2022 erreicht, was die aktuelle Situation als historisch hoch einstuft.
Geopolitische Spannungen und militärische Eskalation
Nach fast zwei Wochen massiver Luftangriffe durch die USA und Israel demonstriert die iranische Führung weiterhin ihre Fähigkeit zu Gegenschlägen und bleibt in der Lage, die globale Ölversorgung zu stören. Teheran drohte wiederholt mit Angriffen auf Schiffe in der strategisch wichtigen Straße von Hormus, einer der wichtigsten Seerouten für den internationalen Ölhandel.
US-Präsident Donald Trump teilte am Freitagabend mit, dass US-Streitkräfte militärische Anlagen auf der für Irans Ölindustrie bedeutenden Insel Kharg zerstört hätten. Er betonte, vorerst auf eine Vernichtung der Öl-Infrastruktur verzichtet zu haben, warnte den Iran jedoch scharf: Sollte Teheran oder andere Akteure versuchen, die Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu behindern, werde er diese Entscheidung sofort überdenken.
Wie mehrere Medien berichten, schickt das Pentagon zusätzliche Kriegsschiffe und Marine-Infanteristen in den Nahen Osten. Die bereits in der Region stationierten US-Streitkräfte erhalten dadurch Verstärkung durch Tausende Infanteristen, mehrere Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge, was die militärische Präsenz deutlich erhöht.
Auswirkungen auf Verbraucher und Spritpreise
Die steigenden Ölpreise sind für Verbraucher weltweit deutlich spürbar. Obwohl vor allem asiatische Länder stark von Öllieferungen durch die Straße von Hormus abhängen, stiegen die Spritpreise zuletzt auch in Europa und den USA erheblich an.
In Deutschland zeigten die Spritpreise nach starken Sprüngen in der ersten Kriegswoche zuletzt eine gewisse Stabilisierung. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt gingen die Preise am Mittwoch und Donnerstag sogar leicht zurück. Dennoch waren Benzin und Diesel am Donnerstag noch 23 beziehungsweise 38 Cent teurer als vor Kriegsbeginn, wie ADAC-Zahlen belegen.
Für Freitag lagen zum Zeitpunkt der Berichterstattung noch keine vollständigen Tagesdurchschnittswerte vor. Am Morgen und Vormittag deutete sich jedoch an, dass die kurze Verschnaufpause für Autofahrer bereits wieder vorbei sein könnte und die Preise erneut steigen werden.



