OPEC verliert wichtiges Mitglied: VAE treten aus Ölkartell aus
OPEC verliert wichtiges Mitglied: VAE treten aus Ölkartell aus

Die OPEC verliert eines ihrer wichtigsten Mitglieder: Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) treten zum 1. Mai aus dem Ölkartell und der erweiterten Gruppe OPEC+ aus. Grund ist ein Streit über die Fördermengen. Ökonomen sehen den Schritt kritisch.

Gabriele Widmann, Ökonomin bei der DekaBank, betont die Bedeutung der VAE: „Im Augenblick ist es nur ein Mitglied, das herausgeht aus der OPEC. Es ist aber ein sehr wichtiges Mitglied.“ Die VAE gehören zu den größten Produzenten innerhalb der OPEC, die zuletzt zwölf Mitglieder zählte.

Hintergrund des Austritts sind Differenzen über die Förderquoten. Die VAE werfen Saudi-Arabien vor, das System zu dominieren und eigene Interessen zu schützen. Jochen Stanzl von der Consorsbank erklärt: „Die Emirate haben immer sehr viel Kritik geäußert an der OPEC und an der Politik, die ja sehr stark von Saudi-Arabien bestimmt war.“ Die VAE sehen sich unter ihren Möglichkeiten und könnten deutlich mehr Öl fördern und verkaufen.

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Die VAE könnten Öl zudem günstiger anbieten als Saudi-Arabien. Stanzl zufolge erreicht Saudi-Arabien den fiskalischen Break-even-Preis erst bei 85 Dollar pro Barrel, die Emirate bereits bei 55 Dollar. Der Rückzug der VAE koste die OPEC Preissetzungsmacht, was die Ölpreise etwas nachgeben lassen könnte.

Kurzfristig sei jedoch keine Entspannung an den Tankstellen zu erwarten. Widmann erklärt: „Wenn wir es auf die Welt-Ölproduktion beziehen, sind das so ein bis zwei Prozent mehr an Produktion. Das ist nicht ganz groß, aber es schafft eben doch mehr Angebot.“ Zudem müsse das Öl der Emirate durch die blockierte Straße von Hormus transportiert werden.

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