Schneider: Atommüll-Endlager bis 2050 – 25 Jahre früher als geplant
Schneider: Atommüll-Endlager bis 2050

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) treibt die Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll in Deutschland voran. Bei einem Besuch im Atommüll-Zwischenlager Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern erklärte er: „Wir finden Beschleunigungselemente, die es möglich machen, den Standort festzulegen, wo das Endlager hinkommt, spätestens zum Jahre 2050.“ Das wäre 25 Jahre früher als bisher anvisiert. Allerdings wird die tatsächliche Einlagerung des Mülls erst im nächsten Jahrhundert beginnen können.

Gesetzentwurf zur Beschleunigung vorgelegt

Schneider hatte das Vorhaben bereits im Winter angekündigt und nun einen Gesetzentwurf vorgelegt. Er hoffe auf eine Verabschiedung im Kabinett noch in diesem Jahr. Der Zeitplan ist ambitioniert: Ein Gutachten des Freiburger Öko-Instituts aus dem Jahr 2024 im Auftrag des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) war zu dem Ergebnis gekommen, dass die Endlagersuche unter idealen Bedingungen bis 2074 dauern könnte. Das Bundesumweltministerium unter der damaligen Grünen-Ministerin Steffi Lemke hatte daraufhin erklärt, man gehe von einem Fund bis 2050 aus. Ursprünglich war sogar das Jahr 2031 als Ziel ausgegeben worden.

Bohrungen statt Erkundungsbergwerke

Ein zentrales Beschleunigungselement ist der Verzicht auf aufwendige Erkundungsbergwerke in potenziellen Endlagerregionen. Stattdessen soll das Gestein mittels Bohrungen von der Oberfläche aus untersucht werden. Diese Möglichkeit hatte die Vorsitzende der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE), Iris Graffunder, ins Spiel gebracht. Deutschland hat seine letzten Atomreaktoren im April 2023 abgeschaltet, doch die Frage der Endlagerung ist weiter ungelöst. Rund 27.000 Kubikmeter hochradioaktiver Atommüll aus mehr als 60 Jahren Atomkraft müssen dauerhaft sicher verwahrt werden – der Standort soll für eine Million Jahre Sicherheit bieten. Derzeit lagert der Müll in 16 oberirdischen Zwischenlagern in verschiedenen Bundesländern.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Rückführung deutscher Atomabfälle abgeschlossen

Erst kürzlich wurde die Rückführung deutscher Atomabfälle aus dem Ausland abgeschlossen. Die Suche nach einem Endlager bleibt jedoch eine der größten Herausforderungen der deutschen Umweltpolitik. Schneider betonte, dass die Beschleunigung notwendig sei, um die Zwischenlagerung nicht über Jahrzehnte ausdehnen zu müssen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration