SPD-Minister Willingmann: Netzentgelte benachteiligten Ostdeutschland
SPD-Minister: Netzentgelte benachteiligten Osten

Der SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Armin Willingmann, hat frühere Fehler bei der Umsetzung der Energiewende kritisiert und eine massive Benachteiligung Ostdeutschlands beklagt. „Die Energiewende ist richtig, aber es wurden gravierende Fehler gemacht“, sagte der Wirtschafts- und Energieminister der Funke Mediengruppe. Einer der größten Fehler sei gewesen, die Kosten für den Netzausbau über die Stromrechnung auf die Menschen in den Ausbauregionen umzulegen.

Ostdeutsche zahlten doppelt für die Energiewende

„Gerade in Ostdeutschland entstand der Eindruck: Hier werden Windparks gebaut, deren Erträge westdeutsche Investoren einstreichen, deren Strom woanders gebraucht wird – und am Ende zahlen wir auch noch mit den Netzentgelten die Zeche, insbesondere für die Bundesländer des Südens, die die Energiewende verbummeln. Das hat der Akzeptanz massiv geschadet“, sagte Willingmann weiter. Rückblickend wäre es besser gewesen, den Netzausbau von Anfang an als staatliche Infrastruktur zu finanzieren, so Willingmann, der in Sachsen-Anhalt auch stellvertretender Ministerpräsident ist.

Reform entlastet betroffene Regionen seit 2025

Tatsächlich wurden die Kosten für Betrieb und Ausbau der Stromnetze lange Zeit überwiegend über regionale Netzentgelte auf die Stromverbraucher umgelegt. Besonders betroffen waren Bundesländer mit einem starken Ausbau der Wind- und Solarenergie wie Sachsen-Anhalt, Brandenburg oder Mecklenburg-Vorpommern. Seit Anfang 2025 werden diese Regionen durch einen bundesweiten Ausgleichsmechanismus teilweise entlastet. Ein Teil der besonders hohen Netzkosten wird seitdem auf alle Stromverbraucher in Deutschland verteilt.

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Willingmann verteidigt Ausbau und kritisiert AfD

Zugleich verteidigte Willingmann den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien. Mit dem in Sachsen-Anhalt eingeführten Akzeptanz- und Beteiligungsgesetz profitierten Kommunen inzwischen unmittelbar von Windkraftanlagen. „Ein Windrad bringt einer Gemeinde rund 27.000 Euro im Jahr. Für viele klamme Kommunen macht das einen echten Unterschied“, sagte der Minister. Die Anti-Windkraft-Politik der AfD kritisierte er scharf. „Sie beraubt die Kommunen einer sicheren und nachhaltigen Einnahmequelle. Und negiert, dass wir hier über Heimatenergien reden, die unserer Versorgungssicherheit, vernünftigen Preisen und dem Klimaschutz dienen.“

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