Stromsparen im Haushalt: Geräte auf den Prüfstand stellen
Wissen Sie, welches Gerät in Ihrem Haushalt am meisten Energie verbraucht? Mit einfachen Methoden lässt sich der Stromverbrauch einzelner Geräte berechnen und so echte Stromfresser identifizieren. Der Austausch alter Haushaltsgeräte kann nicht nur die Energiekosten deutlich reduzieren, sondern auch einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Die weiße Ware als Hauptverbraucher
Der Stromverbrauch verursacht etwa ein Drittel der gesamten Energiekosten eines durchschnittlichen Haushalts. Besonders die sogenannte "weiße Ware" – also Waschmaschinen, Kühlschränke, Gefrierschränke und weitere elektronische Haushaltsgeräte – gehören zu den typischen Stromfressern. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, bei diesen Geräten besonders auf die Energieeffizienz zu achten.
Nach etwa 10 bis 15 Jahren sollten Verbraucher bei Großgeräten über den Kauf energieeffizienterer Modelle nachdenken. Ob sich der Austausch lohnt, hängt zwar vom Einzelfall ab, doch oft rechnet sich die Investition bereits nach wenigen Jahren durch die Einsparungen bei den laufenden Stromkosten.
Kühlschränke als Dauerläufer
Ein anschauliches Beispiel ist der Kühlschrank: Da er rund um die Uhr läuft, hat er einen besonders großen Einfluss auf den Energieverbrauch des gesamten Haushalts. Eine veraltete Kühl-Gefrierkombination kann bis zu 20 Prozent des Gesamtstromverbrauchs ausmachen. Durch den Wechsel zur höchsten Effizienzklasse kann ein Haushalt im Durchschnitt etwa 80 Euro sowie 130 Kilogramm CO2 pro Jahr einsparen.
Auch Unterhaltungselektronik im Blick behalten
Nicht nur die weiße Ware, sondern auch Geräte zur Kommunikation und Unterhaltung – wie Fernseher, Computer und Spielkonsolen – haben einen erheblichen Einfluss auf die Energiekosten. Laut Verbraucherzentrale verbrauchen diese Geräte fast ein Drittel des Stroms im Haushalt. Es lohnt sich daher, auch diese Geräte regelmäßig zu überprüfen.
Allerdings gibt es eine wichtige Einschränkung: Zwar benötigen Neugeräte häufig weniger Strom, doch dieser Einspareffekt wird oft durch mehr, größere und leistungsstärkere Geräte zunichtegemacht. Zudem kann der regelmäßige Austausch von Geräten durch die Herstellung der Neugeräte und die Entsorgung der Altgeräte mit erheblichen Umweltbelastungen verbunden sein.
Den Stromverbrauch konkret berechnen
Bei der Entscheidung, ob sich der Neukauf eines Geräts rentiert, stehen Verbrauchern verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung. Der Kostenrechner für Haushaltsgeräte der Verbraucherzentrale NRW bietet eine erste Orientierung. Für eine genauere Berechnung des Stromverbrauchs einzelner Geräte zu Hause benötigt man folgende Angaben:
- Leistung des Geräts in Watt
- Tägliche Laufzeit des Geräts in Stunden
- Aktuellen Preis pro Kilowattstunde (kWh) Strom
Die Berechnung erfolgt nach dieser Formel:
- Stromverbrauch = Watt × Gebrauch in Stunden am Tag × Nutzungstage im Jahr
- Stromkosten = Stromverbrauch × Strompreis
Praktische Messmöglichkeiten
Verbraucher können sich auch Strommessgeräte für zu Hause leihen, um den Verbrauch einzelner Geräte konkret zu überprüfen und ineffiziente Geräte zu identifizieren. Oft ist das Ausleihen sogar kostenlos möglich – etwa bei Verbraucherzentralen, Energie- und Klimaschutzagenturen oder lokalen Energieversorgern. Smarte Helfer wie Smart Meter oder Messsteckdosen bieten zusätzliche Möglichkeiten, den Verbrauch individuell zu checken.
Das EU-Energieeffizienzlabel als Orientierung
Beim Kauf eines neuen Geräts können sich Verbraucher am Energieeffizienzlabel der EU orientieren. Die Farbskala von Rot bis Grün zeigt auf einen Blick die Energieeffizienz an – je grüner, desto besser. Für Kühl- und Gefriergeräte, Geschirrspüler, Waschmaschinen und Waschtrockner sowie für Fernseher und Monitore gelten die Effizienzklassen A bis G.
Wichtig zu wissen: Im Handel gibt es bisher nicht immer Geräte aus allen Effizienzklassen. Dies soll Anreize für Hersteller schaffen, ihre Geräte kontinuierlich zu verbessern, um etwa die Bestnote A zu erreichen. Zusätzlich zur hohen Effizienzklasse sollten Verbraucher auch konkret auf den angegebenen Stromverbrauch in kWh pro Jahr achten.



