Trumps Öl-Entscheidung: Wie stark sinken die Preise wirklich?
Trumps Öl-Entscheidung: Wie stark sinken die Preise?

Trumps Öl-Entscheidung bringt den Markt ins Wanken

Mitten in der anhaltenden Energiekrise hat US-Präsident Donald Trump (79) eine umstrittene Entscheidung getroffen, die den globalen Ölmarkt fundamental erschüttert. Die US-Regierung lockert für einen Zeitraum von 30 Tagen die Sanktionen gegen Russland und erlaubt den Verkauf von russischem Öl, das bereits auf Tankern geladen ist. Diese als "stranded at sea" bezeichneten Ladungen waren zuvor aufgrund von Sanktionen oder Zahlungsproblemen auf See festgesetzt worden.

120 Millionen Barrel Öl stehen bereit

Konkret geht es bei dieser Maßnahme um beeindruckende 120 bis 128 Millionen Barrel russisches Öl, die sich bereits auf Tankern befinden und nun in den Handel kommen können. Diese Menge entspricht etwa fünf bis sechs Tagen des weltweiten Ölverbrauchs. Wichtig zu betonen ist, dass es sich hierbei nicht um neu gefördertes Öl handelt, sondern ausschließlich um bereits produzierte Mengen, die nun freigegeben werden.

Ein erheblicher Teil der russischen Ölexporte wird über eine sogenannte Schattenflotte abgewickelt, die aus 600 bis über 1000 meist älteren Tankern besteht. Auf diesem Weg transportiert Russland täglich etwa 3,7 Millionen Barrel Öl, was rund 65 Prozent des seegestützten russischen Ölhandels ausmacht.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Russland als Hauptnutznießer

Als Hauptnutznießer dieser Entscheidung gilt eindeutig Moskau. Nach einem Bericht der "Washington Post" könnte die zeitweise Freigabe dieser Ölmengen bis zu 150 Millionen Dollar pro Tag in die russische Staatskasse spülen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) warnt sogar vor zusätzlichen Einnahmen in Höhe von rund 10 Milliarden Dollar für Russland.

US-Finanzminister Scott Bessent (63) widerspricht dieser Einschätzung jedoch und argumentiert, dass die Maßnahme kein zusätzliches Geld schaffe, da die Ölsteuern bereits bei der Förderung fällig würden. Zu den weiteren Gewinnern zählen die wichtigsten Abnehmer russischen Rohöls, insbesondere Indien und China, für deren Raffinerien der Handel dadurch erheblich vereinfacht wird.

Begrenzter Effekt auf die Ölpreise

Marktanalysten erwarten zwar einen spürbaren, aber letztlich begrenzten Effekt auf die Ölpreise. Sollten die 120 bis 128 Millionen Barrel rasch in den Handel gelangen, könnte dies den Preis kurzfristig um drei bis zehn Dollar pro Barrel drücken. Allerdings gilt die Zusatzmenge als zu gering, um den Ölpreis grundlegend zu drehen, zumal durch den Iran-Konflikt täglich bis zu 12 Millionen Barrel vom Markt verschwinden könnten.

Ein dauerhafter Preissturz wird als unwahrscheinlich angesehen, solange die angespannte Lage in der strategisch wichtigen Straße von Hormus anhält. Der Brent-Preis liegt derzeit bei über 100 Dollar pro Barrel, was vor allem auf den Iran-Krieg und die faktische Blockade der Straße von Hormus zurückzuführen ist.

Internationale Kritik an Trumps Entscheidung

Bei Europas Spitzenpolitikern stößt Trumps Entscheidung auf scharfe Kritik. Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) bezeichnet die Lockerung als "das falsche Signal" und fordert die USA auf, den Druck auf Russland stattdessen zu erhöhen. Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (48) und Norwegens Premier Jonas Gahr Støre (68) warnen vor einer Schwächung der Sanktionspolitik.

EU-Kommissar Valdis Dombrovskis (54) fordert ebenfalls "maximalen Druck auf Russland" und betont die Bedeutung einer einheitlichen westlichen Position in dieser Frage. Die europäischen Bedenken konzentrieren sich vor allem auf die mögliche Signalwirkung dieser Entscheidung und deren Auswirkungen auf die langfristige Sanktionspolitik gegenüber Russland.

Im Ölhandel selbst kommt durch die Entscheidung Bewegung auf: Händler und Tanker-Broker können nun blockierte Geschäfte abschließen und Lagerbestände mobilisieren. Die eigentliche Frage bleibt jedoch, wie nachhaltig die Preiseffekte sein werden und welche langfristigen Konsequenzen diese politische Entscheidung für die globale Energiepolitik haben wird.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration